energiestiftung.ch energiestiftung.ch Fossile → Unkonventionelle Förderung

Fracking ist verheerend für die Umwelt.

Nicht-konventionelle Fördermethoden fossiler Energien kamen seit den Nullerjahren vermehrt auf. Bedingt durch die zunehmende Verknappung und den Preisanstieg von Erdöl und Erdgas wurde die unkonventionelle Förderung zunehmend attraktiver. Dazu gehören das Fracking von Schiefergas und -öl, die Gewinnung von Ölsand (Teersand) oder Kohleflözgase.

Die aufwendige Fracking-Fördertechnik – eine Kurzform für «hydraulic fracturing» – wurde wirtschaftlich interessant, nachdem der Ölpreis die 50-Dollarmarke pro Fass dauerhaft überschritten hatte. Beim Fracking werden Wasser, Sand und diverse Chemikalien mit hohem Druck in den Untergrund gepumpt, um neue Porenräume durch Riss- und Bruchbildung zu schaffen und miteinander zu verbinden. So wird die Durchlässigkeit des Gesteins erhöht und das Abströmen von unkonventionellem Öl oder Gas an die Oberfläche ermöglicht. Bei der Ölsandgewinnung wird die Ölsandschicht abgebaut, das gebundene Öl, das sogenannte Bitumen, mithilfe von Wasser und Lösungsmittel aufwendig vom Sand getrennt und zu Rohöl veredelt.

Fracking löst das Problem der Erschöpfbarkeit fossiler Energien nicht.

Es verlängert lediglich das fossile Zeitalter und den damit einhergehenden Ausstoss klimaschädlicher Treibhausgasemissionen unnötig. Die Klimakrise erfordert, dass der Grossteil der fossilen Reserven, auch der konventionellen, im Boden bleiben. Die USA haben ihre Erdölproduktion seit dem Fracking-Beginn 2005 stark gesteigert und sind zum weltgrössten Ölproduzenten aufgestiegen. In Europa ist Fracking umstritten: In Frankreich ist es verboten, in Polen und Grossbritannien erlaubt, trifft aber auf Widerstand durch die lokale Bevölkerung. Deutschland und Österreich verlangen eine Umweltverträglichkeitsprüfung. In der Schweiz gibt es derzeit kein Fracking. Einzelne Kantone haben bereits Verbote beschlossen.

Für die Umwelt ist die unkonventionelle Förderung verheerend.

Fracking ist mit einem hohen (Trink)Wasserverbrauch verbunden, bis zu 15'000 m3 pro Bohrung werden aufgewendet. Mit dem Wasser werden Chemikalien in die Löcher gepumpt. Diese gefährden das Grundwasser und potenziell die Gesundheit. Die Entsorgung der mit Schwermetallen und Radioaktivität belasteten Abwässer ist unklar. Fracking ist zudem mit einem hohen Flächenverbrauch verbunden – pro Bohrloch sind bis zu 2 Hektaren notwendig – und geht mit einem Erdbebenrisiko einher. Für den Abbau von Teersand werden ganze Wälder gerodet und die Förderung ist äusserst energie- und emissionsintensiv. Das Verhältnis zwischen Energieaufwand und -ertrag wird dabei immer ungünstiger.

Die SES sagt:

Steigende Energiepreise bergen die Gefahr, dass sie neben der Konkurrenzfähigkeit der erneuerbaren Energien auch die Attraktivität der unkonventionellen Fördermethoden befeuern – mit katastrophalen Folgen für die Umwelt. Aus der Klimaschutzperspektive ist klar, dass wir uns von fossilen Energieträgern verabschieden müssen. Es führt kein Weg am Umstieg auf erneuerbare Energien vorbei.

Fachbereich Klima & erneuerbare Energien

Léonore Hälg

Co-Leiterin Fachbereich Klima & erneuerbare Energien
+41 44 275 21 24
leonore.haelg@energiestiftung.ch
@LeoHaelg

Themenwelt Fossile Energien

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