Axpo Energy Reports: Eigeninteressen, zweifelhafte Methodik, verzerrte Grundannahmen und unterschätzte Erneuerbare
Marcel Tobler,
Die Axpo hat heute ihre «Energy Reports» zur künftigen Stromversorgung der Schweiz präsentiert. Sie bestätigt die zentrale Rolle erneuerbarer Energien und sieht Potenziale bei der Windkraft. Sie bekräftigt den mehrfach durch Volksentscheide legitimierten energiepolitischen Kurs der Schweiz, was die Schweizerische Energie-Stiftung SES ausdrücklich begrüsst.
«Die Axpo bestätigt: Der Weg zu mehr Versorgungssicherheit führt über den Ausbau der erneuerbaren Energien. Dieser Weg ist politisch und gesellschaftlich breit abgestützt und energiewirtschaftlich sinnvoll», sagt Nils Epprecht, Geschäftsleiter der SES. Entscheidend ist nun, diesen Weg mit klaren politischen Rahmenbedingungen konsequent weiterzugehen.
Erneuerbaren-Ausbau unterschätzt
Auf methodisch zweifelhaften Grundlagen (s. Beilage) behauptet die Axpo allerdings, die künftige Stromversorgung sei gefährdet und äussert Skepsis in Bezug die Erneuerbaren. Allerdings werden die Erwartungen systematisch zu tief prognostiziert und die Fortschritte regelmässig unterschätzt. So geht der Ausbau der Erneuerbaren heute schneller voran als mit der Energiestrategie 2017 erwartet, Speichertechnologien boomen und die Effizienz steigt.
Einseitige Betrachtungen
Insgesamt vermitteln die Axpo Energy Reports mit lückenhaften Szenarien ein Zukunftsbild, das von Geschäftsinteressen des Stromversorgungsunternehmens gezeichnet sind. Die Behauptung, dass erneuerbare Energien allein die Versorgungssicherheit nicht gewährleisten könnten, widerspricht anderen Forschungsresultaten und erscheint wenig begründet (s. Beilage).
Konsequente Energiepolitik im Interesse der Allgemeinheit
Internationale Erfahrungen zeigen, dass erfolgreiche Transformationen auf einem klaren, langfristigen und konsequent verfolgten Fokus beruhen. Der Ausbau erneuerbarer Energien, von Flexibilitäten und Speichern, gepaart mit Effizienzsteigerungen und hindernisfreiem Austausch in Europa, müssen im Zentrum stehen – im Einklang mit demokratischen Entscheiden, wissenschaftlichen Erkenntnissen und bisherigen Erfolgen.
Ein paralleles Aufgleisen einer Option mit neuen AKW schwächt und gefährdet die notwendige Dynamik beim Ausbau erneuerbarer Energien. «Ein Plan mit neuer Atomkraft untergräbt den eingeschlagenen Weg. Er verunsichert Investitionen und bremst genau jene Entwicklung, die wir jetzt beschleunigen müssen», so Epprecht.