Abschaffung Eigenmietwert: Rückschlag für die Energie- und Klimapolitik
Marcel Tobler,
Die Streichung der Steuerabzüge nimmt Hauseigentümer:innen einen wichtigen Anreiz für Investitionen in die Energieeffizienz. Mehr als 900'000 Wohngebäude werden noch immer mit Öl, Gas oder Elektroheizungen betrieben – ein Grossteil davon müsste dringend saniert werden, um den Energieverbrauch zu senken und die Klimaziele einzuhalten.
Doppelte Schwächung der Energiewende im Gebäudebereich
Gleichzeitig plant der Bundesrat im Rahmen des Sparpakets 2027 die Abschaffung des Gebäudeprogramms, das jährlich namhafte Fördergelder für Sanierungen bereitstellt (2023 und 2024: je 528 Mio. Franken). Wichtige Investitionsanreize würden damit wegfallen. Für Bauwirtschaft, Energiebranche und Planer:innen ginge die notwendige Planungssicherheit verloren. Hinzu kommt: Sanierungsstau heisst Energieverschwendung vor allem im Winter, wenn die erneuerbare Energie in der Schweiz knapp ist. Darum sind unverminderte Investitionen in die Energieeffizienz im Gebäudebereich zwingend.
Gebäudeprogramm sichern statt streichen
Die Schweizerische Energie-Stiftung SES fordern Bundesrat und Parlament darum dringend auf, das Gebäudeprogramm zu erhalten und zu stärken. Es gehört zu den wirksamsten Instrumenten der Schweizer Energie- und Klimapolitik. Die Politik muss jetzt für verlässliche Rahmenbedingungen sorgen, damit die Energiewende im Gebäudesektor nicht zum Stillstand kommt.