Der Verkehr ist heute der grösste Treiber der Klimaerhitzung.

Der Verkehrssektor macht aktuell den grössten Teil des Energieverbrauchs der Schweiz aus. Das Credo um die Klimaziele zu erreichen lautet: vermeiden, verlagern, elektrifizieren.

Der Verkehrssektor ist heute in der Schweiz mit über einem Drittel des Endverbrauchs die grösste Energieverbrauchsgruppe (2019). 93% des Energiebedarfs im Verkehrssektor wird mit Erdölderivaten gedeckt. Dieser Anteil liegt seit 1970 konstant bei über 90%. Rechnet man ganzheitlich, das heisst inklusive der grauen Energie beispielsweise für die Herstellung der Fahrzeuge und Treibstoffe, liegt der vom Verkehr verursachte Energieverbrauch noch einiges höher. Hinzu kommt der Energiebedarf für die gesamte Verkehrsinfrastruktur. Der hohe Verbrauch an fossiler Energie zeigt sich auch in der Treibhausgasbilanz: Der Verkehrssektor stösst mit rund einem Drittel anteilsmässig am meisten Treibhausgase aus (2021).

Mehr als 6 Millionen Motorfahrzeuge sind in der Schweiz immatrikuliert.

Während der öffentliche Verkehr 21% und der Langsamverkehr 6% des Personenverkehrs ausmachen, werden rund drei Viertel durch den motorisierten Individualverkehr (MIV) geleistet (2017). Dieser ist besonders problematisch aus Umwelt- und Nachhaltigkeitssicht: Der MIV belastet das Klima, den vorhandenen Raum, die Luft, die alltägliche Geräuschkulisse, die Gesundheit und die Lebensqualität besonders stark. Die hohen externen Kosten von fast 14 Milliarden Franken (2018) werden nicht von den VerursacherInnen, sondern der Allgemeinheit berappt. Der Bestand an Motorfahrzeugen (ohne Motorräder) ist seit 2000 um 38% auf über 6.3 Millionen angestiegen (2021). Rund drei Viertel davon sind Personenwagen. Gemäss den Prognosen des Bundesamts für Raumentwicklung ARE wird das Auto auch in Zukunft einen grossen Teil der Mobilität bewältigen (2022).

Verkehr ist nicht zu verwechseln mit Mobilität.

(Potentielle) Mobilität bezeichnet die Beweglichkeit von Personen oder die Möglichkeit hierzu. Realisierte Mobilität ist die tatsächlich getätigte Beweglichkeit und entspricht der Befriedigung von Bedürfnissen durch Raumveränderung. Verkehr ist das Mittel, welches man für den Zweck, die Umsetzung der Mobilität, benötigt. Der Verkehr umfasst nicht nur Fahrzeuge, sondern auch die dazugehörige Infrastruktur. Diese Unterscheidung ist in der Verkehrspolitik (und Energiepolitik) zu berücksichtigen: denn der Verkehr entsteht nicht einfach so. Kein Mensch fragt nach mehr Verkehr. Vielmehr ist er Ursache der Befriedigung eines anderen Bedürfnisses.

Die SES sagt:

Heute ist der Verkehr energieintensiv, klimaschädlich, dreckig, laut und platzbedürftig. Aus Sicht des Gesamtenergieverbrauchs und der Energiewende ist die Verkehrswende zentral. Vermeiden, verlagern, verbessern – das sind die Schlagworte für eine Mobilität der Zukunft. Ziele müssen weniger, kürzere und effizientere Fahrten sein. Der Ausbau des öffentlichen Verkehrs sowie die Förderung des Velo- und Fussverkehrs sind das Gebot der Stunde. Es braucht neue Mobilitätskonzepte, eine Raumplanung der kurzen Wege, eine Umverteilung auf sanfte Mobilität und eine Mobilität mit einem deutlich geringeren Verkehrsaufwand als heute. Der motorisierte Individualverkehr ist drastisch zu reduzieren, die Antriebstechnologie der verbliebenen Verkehrsträger müssen fossil- und emissionsfrei sein.

Fachbereich Klima & erneuerbare Energien

Léonore Hälg

Co-Leiterin Fachbereich Klima & erneuerbare Energien
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leonore.haelg@energiestiftung.ch
@LeoHaelg

Themenwelt Energieeffizienz

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