Studie: Ländervergleich Schweiz-EU 2025

Léonore Hälg,

Wo steht die Schweiz in der Stromproduktion aus erneuerbaren Quellen wie Sonne und Wind und wo bei der Elektrifizierung im Vergleich zu den 27 Staaten der Europäischen Union? Die vorliegende Analyse präsentiert einen Vergleich für das Jahr 2025.

Im Vergleich der Pro-Kopf-Stromproduktion aus erneuerbaren Quellen im Jahr 2025 landet die Schweiz auf Platz 5 von 28. Wird die erneuerbare Stromproduktion pro Landesfläche verglichen, rangiert sie sogar auf Platz drei. Diese guten Resultate sind vor allem auf den historischen Ausbau der Wasserkraft in der Schweiz zurückzuführen.

Gute Fortschritte bei Solarenergie – Rückstand bei der Windkraft

Im europäischen Vergleich macht die Schweiz aber auch bei der Solarstromproduktion vorwärts. Hier rangierte die Schweiz 2025 mit einer Pro-Kopf-Produktion von 878 Kilowattstunden auf Rang zehn und machte somit einen Platz gut im Vergleich zum Vorjahr. Beim Windstrom steht die Schweiz weiterhin auf Platz 25 von 28 mit praktisch unverändert tiefen 18 Kilowattstunden pro Kopf. Europäische Spitzenreiter sind die Niederlande bei der Solarenergie mit 1'579 Kilowattstunden pro Kopf und Finnland bei der Windenergie mit 4'006 Kilowattstunden pro Kopf.

Hoher Anteil erneuerbarer Strom

Der Anteil der erneuerbaren Stromproduktion am Schweizer Landesstromverbrauch ist mit 70.8 Prozent im europäischen Vergleich sehr hoch. Die Schweiz erreicht Platz fünf. Auch hier spielt bei der Schweiz die Wasserkraft wieder eine wichtige Rolle. Spitzenreiter Schweden deckt bereits über 92 Prozent des Stromverbrauchs aus erneuerbaren Quellen.

Elektrifizierung mit Potenzial

Schliesslich wurde auch der Grad der Elektrifizierung zwischen der Schweiz und den einzelnen EU-Mitgliedsstaaten verglichen. Die Schweiz wies im Jahr 2024 eine Elektrifizierung von 26.7 Prozent aus. Dies entspricht mit Platz sieben im europäischen Vergleich einer relativ guten Rangierung. Für die vollständige Dekarbonisierung der Energieversorgung in der Schweiz muss dieser Wert aber noch relevant steigen.

Voraussetzungen für weiteren Ausbau sind vorhanden

Die in der vorliegenden Studie analysierten Parameter zeigen: Die Energiewende kommt in der Schweiz im Vergleich zu Europa voran. Wasserkraft, Solarenergie und Elektrifizierung bilden dafür eine gute Basis. Gleichzeitig besteht auf allen Ebenen noch Handlungsbedarf, um die Energieversorgung vollständig zu dekarbo- nisieren. Dies gilt insbesondere für die Windenergie. Mit verlässlichen politischen Rahmenbedingungen und gezielten Massnahmen kann die notwendige Transformation weiter vorangetrieben werden. Entscheidend ist, dass die Politik diese Rahmenbedingungen langfristig sichert und damit weiteren Fortschritt ermöglicht.

Fachbereich Klima & erneuerbare Energien

Léonore Hälg

Leiterin Fachbereich erneuerbare Energien
+41 44 275 21 24
leonore.haelg@energiestiftung.ch



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