Energiezukunft ohne Angst – Nein zu neuen AKW
Die SES setzt sich für eine sichere, menschen-, umwelt- und klimafreundliche und unabhängige Energieversorgung ein. Die Atom-Initiative und das Atom-Gesetz des Bundesrats bieten hier keinerlei Lösungen, sondern bremsen die Erneuerbaren-Wende aus. Neue AKW kommen für die Klimawende zu spät, brauchen Milliarden-Subventionen und sind risikoreich. Hier erfahren Sie, warum wir beide Vorlagen klar ablehnen.
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Unsere Position
Die SES sagt klar NEIN zu Atom-Initiative und Atom-Gesetz!
- Neue AKW gefährden die Versorgungssicherheit, statt sie zu stärken.
- Sie blockieren den Ausbau erneuerbarer Energien und setzen auf teure Risikotechnologie.
- Die Schweiz bleibt nur als Teil des europäischen Stromnetzes sicher und flexibel.
- Neue AKW brauchen Milliarden-Subventionen des Staates und werden nie rentabel Strom produzieren.
- Neue AKW brauchen mindestens 25 Jahre bis sie ans Netz gehen – sie kämen viel zu spät, um einen Beitrag zur Erreichung der Klima-Ziele zu leisten.
- Panikmache hilft nicht – wir brauchen Lösungen, keine Angstmacherei.
Statement:
«Die Atom-Initiative ist ein Rückschritt für die Energiewende. Wir setzen auf Innovation, Effizienz und Zusammenarbeit – nicht auf Abschottung und gefährlichen, teuren Atomstrom. Wir können es uns klimapolitisch nicht leisten, auf neue AKW zu warten. Sie wären viel zu spät am Netz und würden bis dahin zu viele Mittel binden, die dann bei den Erneuerbaren fehlen.» – Nadine Masshardt, Stiftungsratspräsidentin SES
Dossier im Überblick
Was steht zur Debatte?
Die Atom-Initiative («Blackout Stoppen») fordert, dass es für die Stromversorgung im Winter keine Technologie- und Bewilligungsverbote geben darf. Konkret will die Initiative so die Tür für neue AKW öffnen. Der Bundesrat kam der Initiative weit entgegen, in dem er in seinem Atom-Gesetz das geltende AKW-Neubauverbot streichen möchte. Atom-Initiative und Atom-Gesetz wollen damit ganz grundsätzlich eine Rückkehr zur Atomkraft ermöglichen.
Aber es geht den Initiant:innen nicht nur um angebliche «Technologieoffenheit» und neue AKW. Die Intiaint:innen («Energieclub Schweiz», ECS) kämpfen bei jeder Gelegenheit gegen Solarenergie, Windkraftwerke und die Energiewende. Es geht darum, den grundsätzlichen Entscheid der Stimmbevölkerung zur Energiewende und zum Atomausstieg rückgängig zu machen. Wirksamer Klimaschutz wird damit blockiert.
Nach Super-GAU in Fukushima steigt Schweiz aus Atomenergie aus
Wie kam es zum Atomausstieg?
- 11. März 2011 – Vor Japans Küste ereignet sich ein heftiges Erdbeben, in dessen Folge ein Tsunami die Ostküste traf. Dieser löst eine Unfallserie im AKW Fukushima Daiichi mit Kernschmelzen in drei Reaktorblöcken aus. Radioaktives Material wird in erheblichem Mass in die Umwelt, in die Atmosphäre und ins Meer freigesetzt. Die Bevölkerung in einem grossen Umkreis ums AKW muss dauerhaft evakuiert werden.
- 25. Mai 2011 – Nach der Atom-Katastrophe im japanischen Fukushima entscheidet der Bundesrat unter Doris Leuthard (CVP / Die Mitte), dass Atomkraftwerke im dicht besiedelten Mittelland zu riskant sind und leitet die Arbeiten zur Energiestrategie 2050 ein.
- 21. Mai 2017 – Annahme der Energiestrategie 2050 mit 58,2% Ja-Stimmen. Das sogenannte erste Massnahmenpaket beruht auf den 3 Pfeilern: geförderter Ausbau erneuerbarer Energien, Erhöhung der Energieeffizienz und ein Neubauverbot für AKW
- 9. Juni 2024 – Annahme des Stromgesetzes mit 68,7% Ja-Stimmen. Der wichtige Meilenstein zur Umsetzung der Energiestrategie 2050 setzt spezifische Ausbauziele für die erneuerbaren Energien, beinhaltet Massnahmen zur Förderung der Winterstromproduktion aus erneuerbaren Energien und setzt ab 2025/26 die Weichen für eine sichere und nachhaltige Stromversorgung in der Schweiz.
AKW-Befürworter:innen organisieren sich
Ausstieg vom Ausstieg?
- 8. September 2022: Lancierung der Atom-Initiative durch den atomfreundlichen Energieclub Schweiz. Im Initiativkomitee sitzen neben einer Reihe von altbekannten AKW-Befürworter:innen eine Reihe von kantonalen SVP- und FDP-Jungpolitiker:innen
- 19. März 2024: Zustandekommen der Initiative
- 28. August 2024: Bundesrat greift den Kern des Initiativ-Anliegens auf und präsentiert sein Atom-Gesetz, das es möglich machen würde, in Zukunft neue AKW zu bauen.
- 30. April 2025: Eine Mehrheit der Parteien, Kantone, Städte, Erneuerbaren-Energien-Verbände und Umweltorganisationen lehnen Atom-Initiative und Atom-Gesetz klar ab. Sie kritisieren den Bundesrat für die unbegründete Kehrtwende und verlangen eine gesamtheitliche Strategie. Economiesuisse, Gewerbeverband, FDP und SVP befürworten die Rückkehr zur Atomkraft.
- 13. August 2025: Bundesrat überweist die Botschaft zur Atom-Initiative und Atom-Gesetz ans Parlament. Trotz breitem Widerstand will er das AKW-Neubauverbot aus dem Gesetz streichen.
Fahrplan
Wie geht es weiter?
- 2026: Parlamentarische Beratungen in Nationalrat und Ständerat
- Voraussichtlich 2027: Volksabstimmung über Gegenvorschlag oder Initiative
Argumente
Warum lehnen wir beide Vorlagen ab?
- Rückkehr zur Atomkraft: Beide Vorlagen öffnen Tür und Tor für neue AKW – teuer, langsam, riskant.
- Unrealistische Autarkie: Die Schweiz kann nicht ganzjährig genug Strom selbst produzieren – und muss auch nicht; eine gute EU-Marktintegration ist günstiger und sicherer.
- Blockade für Erneuerbare: Die Initiative bremst Investitionen in Solar, Wind und Speichertechnologien.
- Drohende Kostenexplosion: AKW-Neubauten kosten den Staat Milliarden, Kapital bleibt über Jahrzehnte gebunden, Unfälle sind nicht versicherbar.
Faktencheck-Box
Behauptung 1: «Ohne Initiative ist unsere Stromversorgung nicht sicher.»
Die Versorgung der Schweiz mit Strom ist nicht gefährdet. Der Ausbau der Erneuerbaren in Kombination mit Importen aus Europa sichert die Versorgung, gerade im Winter. Umgekehrt handeln wir uns mit der Initiative echte Verzögerungen für die Energiewende ein.
«Die Atom-Initiative ist eine Scheinlösung, die aber echte Probleme schafft.» – Strommarktexpertin Léonore Hälg, Leiterin Fachbereich Erneuerbare Energien & Klima SES
Behauptung 2: «Um unsere Klimaziele zu schaffen, brauchen wir die AKW.»
Neue AKW sind eine klimapolitische Scheinalternative – sie können das Netto-Null-Ziel der Schweiz bis 2050 nicht rechtzeitig unterstützen. Eine Inbetriebnahme vor 2050 ist unrealistisch.
«Das 2024 verabschiedete Stromgesetz ermöglicht einen konsequenten, klimaverträglichen und fristgerechten Ausbau erneuerbarer Energien.» – Nationalrätin Nadine Masshardt, Stiftungsratspräsidentin SES
Behauptung 3: «Günstige Stromversorgung sicherstellen geht nur mit der AKW-Option»
Solar und Wind produzieren schon heute 2 bis 4 mal günstiger als AKW. Die Finanzierung eines neuen AKW Projekts kostet die Steuerzahlenden zudem Milliarden.
«Ein Entscheid für Initiative und Gegenvorschlag würde Industrien und Projekte zur Energieproduktion aus Sonne, Wind, Wasser oder Biomasse stark konkurrenzieren und den Ausbau bremsen.» – Geschäftsleiter SES, Nils Epprecht
Behauptung 4: «Neue AKW-Technologien sind sicher und effizient»
Vor allem sind sie heute nicht verfügbar, weil sie noch lange im Entwicklungsstadium sind. Bei den neuartigen Technologien ist unklar, ob sie Marktreife erlangen und wann sie sich im Markt etablieren können.
«In der Schweiz würden neue AKW gebaut, die sich nicht wesentlich von der heutigen Technologie unterscheiden. Und solche haben wir nach den Lehren aus Fukushima und Tschernobyl aus Sicherheitsgründen für die dicht besiedelte Schweiz explizit ausgeschlossen.» – Atomenergie-Expertin Stephanie Eger, Leiterin Fachbereich Atomenergie SES
Unsere bisherigen Medienmitteilungen und Stellungnahmen
- Medienmitteilung vom 13. August 2025 – Atom-Gesetz – teuer, gefährlich und untauglich: Parlament muss den Bau neuer AKW verhindern
- Ausführliche Stellungnahme der SES vom 12. Februar 2025 zuhanden UVEK zum Gegenvorschlag zur Blackout-Initiative (Vernehmlassung)
- Medienmitteilung vom 20. Dezember 2024 – Aufhebung AKW-Neubauverbot: Irrweg muss korrigiert werden
- Medienmitteilung vom 25. September 2024 – Nein zu neuen AKW: Atom-Appell eingereicht
- Medienmitteilung vom 3. September 2024 – Marschhalt nötig: Gegenentwurf zur Atom-Initiative demokratisch nicht mehr haltbar
- Medienmitteilung vom 28. August 2024 – Atomausstieg: Bundesrat sabotiert die Energiewende
- Medienmitteilung vom 16. Februar 2024 – Atom-Initiative schadet der Energiewende
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