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Elektroautos bringen uns emissionsfrei vorwärts, aber noch nicht ans Ziel.

Um die Klimaziele zu erreichen, muss der Verkehr künftig komplett fossilfrei angetrieben werden. Die Elektromobilität ist diesbezüglich die effizienteste Lösung. Aber es braucht noch mehr.

Energiewende nur mit Verkehrswende.

Auf dem Weg hin zu einem Netto-Null-Energiesystem sind die Herausforderungen für den Verkehrsbereich besonders gross: Heute sind wir fast ausschliesslich mit Benzin- und Dieselfahrzeugen unterwegs, der Anteil erneuerbarer Energien im Verkehrssektor stagniert seit Jahren auf niedrigem Niveau. Die Energiewende lässt sich aber nur mit einer Verkehrswende vollenden. Diese wiederum bedingt mitunter den Umstieg von der Verbrennung erdölbasierter Treibstoffe auf alternative und klimafreundliche Antriebstechnologien auf Basis erneuerbarer Energiequellen. Die Technologien stehen bereits zur Verfügung, etwa die Elektromobilität mit batterieelektrischen Fahrzeugen (BEV), Fahrzeugen mit Brennstoffzellen (FCEV) oder Plug-in-Hybrid-Fahrzeugen (PHEV).

Elektroautos sind der Schlüssel zur Energiewende im Verkehr.

Für die Dekarbonisierung des Verkehrssektors bietet sich in erster Linie die Elektromobilität an. Biotreibstoffe können diese Rolle nicht erfüllen, da sie nur begrenzt verfügbar sind. Für die Elektromobilität spricht, dass sich grosse und wachsende Mengen klimafreundlicher Energie nur mit erneuerbarem Strom erzeugen lassen. Und dieser Strom lässt sich nicht nur direkt in Antriebsenergie umwandeln, sondern auch in jeden anderen flüssigen oder gasförmigen Energieträger wie z.B. Wasserstoff. Elektrisch betriebene Fahrzeuge haben das Potenzial, komplett erneuerbar und damit klimafreundlich betrieben zu werden. Die Antriebseffizienz - bezogen auf die Primärenergie - ist beim BEV wesentlich besser als bei Fahrzeugen mit Verbrennungsmotoren. Studien zu den Lebenszyklusemissionen verschiedener Personenwagen (2021) zeigen: Batterieelektrische Fahrzeuge haben bezüglich Klimabilanz bereits heute und auch in Regionen mit fossilem Strommix klare Vorteile, die sich in Zukunft noch akzentuieren werden.

Kostspielig in der Anschaffung, günstig im Betrieb.

Die höhere Effizienz spiegelt sich in tiefen Betriebskosten der BEV wider. Zusammen mit den tieferen Unterhaltskosten, da der Verschleiss geringer ist, machen BEV ihre höheren Investitionskosten mehr als wett und sind in der Gesamtrechnung oftmals günstiger als fossil betriebene Fahrzeuge. Neben ihrer Klimafreundlichkeit verursachen sie auch keinen Feinstaub und verringern die Lärmbelastung.

Gütertransport und Flugverkehr benötigen andere Lösungen.

Batterieelektrische Fahrzeuge sind vor allem da sinnvoll, wo das Fahrzeuggewicht keine grosse Rolle spielt oder die gefahrenen Strecken kurz sind – das heisst bei Personenwagen, Liefer- und kleinen Lastwagen und Motorrädern. Für den Gütertransport über lange Strecken sowie den Flugverkehr machen erneuerbarer Wasserstoff und synthetische Treibstoffe Sinn, da sie mehr Energie in weniger Gewicht speichern und schnell getankt werden können.

Energieverbrauch senken, Lebensqualität erhöhen.

Die Verkehrswende ist gleichwohl weit mehr als eine Antriebswende, die als technische Herausforderung «lediglich» den Austausch der Antriebstechnologie und der Antriebsenergie zum Ziel hat. Im Kern geht es bei der Energiewende im Verkehr darum, den Energieverbrauch des Verkehrs zu senken, ohne dabei die Mobilität einzuschränken. Mit der Mobilitätswende erweitert sich – gestützt auf technologische Entwicklungen und Innovationen – das Verkehrsangebot und multimodales Verkehrsverhalten wird erleichtert. Fahrzeuge werden kleiner, leichter und effizienter, unnötige Fahrten und Transporte werden vermieden, Zufussgehende und der Veloverkehr kriegen mehr Platz und die individuelle Mobilität entkoppelt sich vom Fahrzeugbesitz. Die Mobilitätswende führt zu einer besseren Qualität von Mobilität: Die zurückgelegten Wege werden auf umweltverträgliche Verkehrsmittel verlagert und gebündelt, die Verkehrsaufwände werden verringert.

Das sagt die SES:

Die Energiewende im Verkehr ist die Umstellung auf Fahrzeuge die mit Strom, Wasserstoff oder Treibstoffen auf Strombasis angetrieben werden. Die bisherige Antriebstechnologie mit Verbrennungsmotoren ist in Zeiten der Klimakrise ein Auslaufmodell. Doch ein Elektroauto ist nur so umweltfreundlich, wie die Energie, die es antreibt. Zentral ist damit die Art der Herstellung des «getankten» Stroms. Und auch erneuerbare, klimafreundliche Energien sind nicht im Überfluss vorhanden. Ein 1:1 Ersatz der heutigen Personenfahrzeuge ohne sonstige Massnahmen ist nicht zielführend. Es braucht auch mehr Effizienz bei der Auslastung der Fahrzeuge und der Infrastruktur. Und es braucht zwingend mehr Fuss- und Veloverkehr und ÖV.

Fachbereich Klima & erneuerbare Energien

Léonore Hälg

Co-Leiterin Fachbereich Klima & erneuerbare Energien
+41 44 275 21 24
leonore.haelg@energiestiftung.ch
@LeoHaelg

Themenwelt Mobilitätswende

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