Mit Photovoltaik die Kohlen aus dem Feuer holen

Simon Banholzer,

Ein Blick in die Geschichtsbücher kann uns weiterbringen.

Die Energiepreise haben in den vergangenen Monaten unerwartete Höhen erreicht. Putin hat in der Ukraine einen Krieg angezettelt und setzt die EU energiepolitisch unter Druck. Einmal mehr erkennt der alte Kontinent, dass er erpressbar ist. Zentralbanken und Ökonom:innen fürchten sich bereits wieder vor einer inflationsgetriebenen Wirtschaftskrise.

Erinnerung an die Erdölkrise

Immer, wenn die Schweiz nicht genügend Energie importieren konnte – dies war auch während der Weltkriege der Fall – investierten der Staat bzw. die Kantone in die einheimische Energieversorgung. Zunächst machte sich die Schweiz von der Kohle unabhängig und setzte auf die Wasserkraft. In den 70er-Jahren lag der Fokus auf der Atomenergie, deren Akzeptanz aber laufend abnahm. Im Jahr 2022 sind die Potenziale der Wasserkraft praktisch erschöpft und neue AKW weder finanzierbar noch rentabel. Welche Option haben wir heute? Es drängt sich die Solarenergie auf, deren Potenzial allein schon auf bestehenden Bauten gewaltig ist. Doch der Solarboom lässt auf sich warten. Axpo-CEO Christoph Brand schrieb es im Januar in der NZZ klipp und klar: «Für viele Neuprojekte (…) sind die Rahmenbedingungen derzeit schlicht zu unattraktiv.» Schweizer Energieversorger sind bereit, für die Schweiz mit Photovoltaik die Kohlen aus dem Feuer zu holen. Der politische Startschuss dazu muss nun erfolgen.



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