Mobilität

Gut ein Drittel des Endenergieverbrauchs wird heute im Verkehrssektor verbraucht. Jede zweite Einwohnerin bzw. jeder zweite Einwohner besitzt ein Auto. Der Energieverbrauch eines Autos verringert sich durch tiefere Geschwindigkeiten, durch die Reduktion der Masse und des Luftwiderstandes sowie der Verbessserung des Gesamtwirkungsgrades. Letzteres ist besonders beim Elektroauto zu beachten. Der Gesamtwirkungsgrad eines Elektroautos mit Euromix-Strom (75% Kohle, Gas, Atom) ist nicht besser als bei einem effizienten Benziner. Die Ineffizienz und der Auspuff des Elektroautos liegen beim thermischen Kraftwerk.

Der Verkehrssektor spielt eine zentrale Rolle sowohl für die Energie­wende als auch für den Klimaschutz. Denn nur mit einer Verkehrswende ist die Vollendung der Energiewende möglich. Die Verkehrswende wiederum gelingt nur mit der Antriebswende UND einer Mobilitätswende.

SES Empfehlung

  • Kurzfristig sind beim motorisierten Individualverkehr (MIV) massiv verbrauchsärmere Fahrzeuge notwendig. Effiziente Fahrzeuge allein genügen aber nicht, um die jährlich importierten 2,7 Mio. Tonnen Benzin und Diesel (2014) massiv zu reduzieren.
  • Der Ausbau des öffentlichen Verkehrs sowie die Förderung des Velo- und Fussverkehrs sind das Gebot der Stunde. Es braucht neue Mobilitätskonzepte, eine Raumplanung der kurzen Wege und eine Mobilität mit einem deutlich geringeren Verkehrsaufwand als heute.
  • Verkehr ist zu billig, sowohl auf der Strasse, wie auch in der Luft. Er muss die vollen Kosten tragen, also auch die externen Kosten die er durch Klima- und Gesundheitsschäden hervorruft: Mittels einer umfassenden Energielenkungsabgabe, oder mit einem Mobility Pricing.
  • Entschleunigung: Um im Verkehr Effizienz zu erzielen, sollte man nicht nur an der Fahrzeug- oder Motoreneffizienz schrauben, sondern die Geschwindigkeit senken. Ein langsamerer Verkehr böte gleich viel oder mehr Mobilität bei kürzeren Wegen und weniger Energieverbrauch.