Solarstrom in Hülle und Fülle

Felix Nipkow,

Die grössten Potenziale, um den Fossil- sowie den Atomausstieg der Schweiz zu meistern, liegen bei der Photovoltaik. Wenn wir es schaffen, diese abzurufen, ist die Energiewende machbar.

Wie viel Strom auf Dächern produziert werden kann, hat das Bundesamt für Energie 2018 untersucht: 50 Terawattstunden (TWh) lautet das Resultat. 2020 publizierte die ETH Lausanne einen anderen Wert: 24TWh (+/- 9TWh). Zum Vergleich: 2020 wurden in der Schweiz knapp 60TWh Strom verbraucht.

Seither wird immer wieder angezweifelt, ob das Solarpotenzial auf Dächern für die Energiewende überhaupt ausreicht. Ungerechtfertigterweise, wie eine Untersuchung von Photovoltaik-Experte Lars Huber nun zeigt. «Selbst vor 10 Jahren wurde bereits anders gebaut, als die EPFL in ihrer Studie von 2020 annimmt. Diese erweckt den Anschein, dass bei deren Erstellung das Photovoltaik-Fachwissen gefehlt hat.» schreibt Huber auf seiner Webseite pv2grid.ch.

Die Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften hat das Potenzial nun neu berechnet und ähnliche Werte wie das BFE erhalten. «Für die weitere energiepolitische Diskussion können wir mit gutem Gewissen von einem Potenzial von rund 50 TWh auf den Hausdächern ausgehen», wird Studienleiter Jürg Rohrer in der NZZ am Sonntag zitiert. Lars Huber merkt an, dass in all diesen Erhebungen viele Flächen ausgeschlossen werden, welche in der Realität seit Jahren aktiv verbaut werden. Es ist also noch Luft nach oben.

Damit wäre diese Frage also geklärt: Das Potenzial ist vorhanden. Sorgen wir jetzt dafür, dass es rasch genutzt wird.

Fachbereich erneuerbare Energien

Felix Nipkow

Co-Leiter Fachbereich Klima & erneuerbare Energien
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felix.nipkow@energiestiftung.ch
@FelixNipkow



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