Raus. Aber richtig.

Valentin Schmidt,

Wir können nicht die Welt verändern, aber in unserem Umfeld wirken. Editorial von Valentin Schmidt im Magazin Energie&Umwelt zum Fokus «Gefangen im Gasnetz».

Ich bin Teil der Generation X, die bis vor kurzem ein ziemlich unbeschwertes Leben führen durfte. Wir profitierten vom grenzenlosen Aufschwung, den die fossile Weltwirtschaft mit sich brachte. Mit dem Mauerfall 1989, damals in der Primarschule, traten wohl erstmals – und nur halbbewusst – grosse gesellschaftspolitische Umwälzungen in unser Leben. Mit den Migrant:innen aus dem Balkan, die in den 90er-Jahren unsere Schulgefährt:innen wurden, kam ein Krieg erstmals in unsere Nähe. Unsere Sorgen beschränkten sich aber eher auf die Frage, welche Ausbildung und welchen Beruf wir wählen, was wir allgemein aus unserem Leben machen wollten. Echte wirtschaftliche Not, Krisen, geschweige denn Krieg haben wir nie erlebt. Und da stehen wir nun, fassungslos und durchgeschüttelt aufgrund der Erfahrungen der letzten Jahre: die Klimakrise, die Coronapandemie und jetzt der Angriff auf die Ukraine.

Wir können nicht die Welt verändern. Aber wir können in unserem Umfeld für Veränderung kämpfen. Die Losung der Stunde lautet: Raus. Aber richtig. Wie es auch eine Schweizer Outdoormarke propagiert. Nur muss dies heute für die fossilen und nuklearen Energieträger gelten, durch deren Import die Schweiz mitunter auch kriegstreibende Regimes finanziell unterstützt. Dafür setzt sich die SES mit aller Kraft auf politischer Ebene ein. Anstehende Vorlagen wie das Bundesgesetz für eine sichere Stromversorgung mit erneuerbaren Energien, die neuerliche Revision des CO-Gesetzes oder die Gletscher-Initiative sind die aktuellen Hebel dazu. Hier wird die SES klare Antworten auf die Wirren unserer Zeit einfordern. Hintergründe – etwa zum Dilemma mit dem Schweizer Gasnetz und den Klimazielen – lesen Sie in dieser Ausgabe von Energie & Umwelt.



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