Ensi-Rat: Atomaufsicht darf sich keine Interessenskonflikte leisten

Valentin Schmidt,

Martin Zimmermann ist gestern als Ensi-Rat-Präsident zurückgetreten. Die SES begrüsst diesen Entscheid. Die jüngst bekanntgewordene Vergangenheit Zimmermanns in verschiedenen Atomlobby-Verbänden hätte die Glaubwürdigkeit des Ensi stark beeinträchtigt.

Mitte Juni hat eine Recherche des Journalisten Kurt Marti auf der Plattform infosperber.ch Zweifel an der Unabhängigkeit des Ensi-Rat-Präsidenten Martin Zimmermann* aufkommen lassen, der Anfang dieses Jahres das Präsidium neu angetreten hat. Nachdem auch verschiedene politische Vorstösse in diese Richtung eingegangen sind, hat sich Zimmermann entschieden, per Ende Monat von diesem Amt zurückzutreten.

Interessenbindungen als Fallstricke

Die Schweizerische Energie-Stiftung SES begrüsst seinen Entscheid. «Wir können uns in der Schweiz, wo wir den ältesten Atomkraftwerkspark der Welt betreiben, keine Interessenskonflikte in der Atomaufsicht leisten», kommentiert SES-Geschäftsleiter Nils Epprecht die Entwicklung. Die Aufarbeitung des Super-GAU in Fukushima habe gezeigt, wie Interessenbindungen die Durchsetzungskraft der Aufsicht fatal verminderten. Die SES hatte deshalb bereits eine Aufsichtsbeschwerde vorbereitet und hätte diese noch diese Woche bei den Geschäftsprüfungskommissionen der eidgenössischen Parlamente eingereicht. «Wir sind Herrn Zimmermann um seine Einsicht dankbar», zeigt sich Nils Epprecht erleichtert.



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