Um- und Ausbau Stromnetze: Ja zum Kompromiss im Sinne der Energiestrategie 2050

Das Geschäft «Um- und Ausbau Stromnetze» steht kurz vor der Verabschiedung durch das Parlament. Die Schweizerische Energie-Stiftung SES ruft die National- und StänderätInnen auf, dem im Sinne der Energiestrategie 2050 erarbeiteten Kompromiss heute zuzustimmen.

In der Frage, welche Kosten Netzbetreiber ihren Endkunden weitergeben dürfen (Art. 6 Abs. 5 und 5bis), haben ParlamentarierInnen beider Räte gestern in einer Einigungskonferenz einen Kompromiss gefunden. Grundsätzlich sollen Netzbetreiber die tiefen Preise, die sie am internationalen Strommarkt erzielen, an ihre gebundenen Kunden weitergeben müssen – und zwar für fünf Jahre rückwirkend. Wer einheimischen erneuerbaren Strom liefert ist davon ausgenommen und darf die Gestehungskosten dieser Elektrizität weiterverrechnen. Die Regelung ist bis 2023 befristet.

Im Sinne der Energiestrategie

Diese Bevorzugung der erneuerbaren Energien ist ganz im Sinne der Energiestrategie 2050. Endverbraucher bezahlen die effektiven Kosten für sauberen Strom, der im Inland produziert wird. Denn die Dumpingpreise des europäischen Strommarktes bilden die wahren Kosten nicht ab. Der Preis für CO2-Emissionen aus Kohle- und Gaskraftwerken ist z.B. viel zu tief. Dass diese Dumpingpreise nicht bis zu den gebundenen Kunden durchdrücken, ist begrüssenswert und führt zu einer Verbesserung der Wirtschaftlichkeit von Solaranlagen. Die Produktion mit einer eigenen Anlage für den Eigenverbrauch lohnt sich eher.

Verbesserungen gefährdet

Ursprünglich ging es bei der Revision des Stromversorgungsgesetzes um den Um- und Ausbau der Stromnetze. Es wurde das NOVA-Prinzip (Netz-Optimierung vor Verstärkung vor Ausbau) verbindlich gemacht und Regeln zur Verkabelung von Stromleitungen aufgestellt. Ausserdem wurde das Planungsverfahren geregelt, in Zukunft wird ein energiewirtschaftlicher Szenariorahmen erarbeitet. Diese Verbesserungen wären verloren oder würden verzögert, wenn das Gesetz heute abgelehnt wird. Die SES fordert das Parlament auf, heute Nachmittag dem Kompromiss der Einigungskonferenz zuzustimmen.

 

Weitere Informationen

Felix Nipkow

Felix Nipkow
Projektleiter Strom & Erneuerbare

Tel. 044 275 21 28
Mail: felix.nipkow@energiestiftung.ch
Twitter: @FelixNipkow

Energie & Umwelt

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Um- und Ausbau Stromnetze: Ja zum Kompromiss im Sinne der Energiestrategie 2050

Das Geschäft «Um- und Ausbau Stromnetze» steht kurz vor der Verabschiedung durch das Parlament. Die Schweizerische Energie-Stiftung SES ruft die National- und StänderätInnen auf, dem im Sinne der Energiestrategie 2050 erarbeiteten Kompromiss heute zuzustimmen.

In der Frage, welche Kosten Netzbetreiber ihren Endkunden weitergeben dürfen (Art. 6 Abs. 5 und 5bis), haben ParlamentarierInnen beider Räte gestern in einer Einigungskonferenz einen Kompromiss gefunden. Grundsätzlich sollen Netzbetreiber die tiefen Preise, die sie am internationalen Strommarkt erzielen, an ihre gebundenen Kunden weitergeben müssen – und zwar für fünf Jahre rückwirkend. Wer einheimischen erneuerbaren Strom liefert ist davon ausgenommen und darf die Gestehungskosten dieser Elektrizität weiterverrechnen. Die Regelung ist bis 2023 befristet.

Im Sinne der Energiestrategie

Diese Bevorzugung der erneuerbaren Energien ist ganz im Sinne der Energiestrategie 2050. Endverbraucher bezahlen die effektiven Kosten für sauberen Strom, der im Inland produziert wird. Denn die Dumpingpreise des europäischen Strommarktes bilden die wahren Kosten nicht ab. Der Preis für CO2-Emissionen aus Kohle- und Gaskraftwerken ist z.B. viel zu tief. Dass diese Dumpingpreise nicht bis zu den gebundenen Kunden durchdrücken, ist begrüssenswert und führt zu einer Verbesserung der Wirtschaftlichkeit von Solaranlagen. Die Produktion mit einer eigenen Anlage für den Eigenverbrauch lohnt sich eher.

Verbesserungen gefährdet

Ursprünglich ging es bei der Revision des Stromversorgungsgesetzes um den Um- und Ausbau der Stromnetze. Es wurde das NOVA-Prinzip (Netz-Optimierung vor Verstärkung vor Ausbau) verbindlich gemacht und Regeln zur Verkabelung von Stromleitungen aufgestellt. Ausserdem wurde das Planungsverfahren geregelt, in Zukunft wird ein energiewirtschaftlicher Szenariorahmen erarbeitet. Diese Verbesserungen wären verloren oder würden verzögert, wenn das Gesetz heute abgelehnt wird. Die SES fordert das Parlament auf, heute Nachmittag dem Kompromiss der Einigungskonferenz zuzustimmen.

 

Weitere Informationen

Felix Nipkow

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Projektleiter Strom & Erneuerbare

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