Schweizer Bevölkerung offen für angemessene Flugticketabgabe

Viele Kosten, die der Flugverkehr verursacht, sind nicht im Flugticket enthalten, steuerliche Bevorzugungen vergünstigen diese zusätzlich. Eine repräsentative Umfrage von gfs-zürich im Auftrag der SES zeigt, dass ein grosser Teil der Bevölkerung bereit ist, die Kosten für Folgeschäden in der Umwelt und bei der Gesundheit auf den Ticketpreis draufzuschlagen. Für einen innereuropäischen Flug werden im Schnitt (Median) 50 Franken als angemessen betrachtet. Der Ertrag aus dieser Abgabe soll mehrheitlich für Klimaschutzmassnahmen im Inland verwendet werden. Die SES fordert die Politik auf, eine Flugticketabgabe einzuführen.

In der Schweiz trägt der Flugverkehr gegen 20% zur globalen Erwärmung bei, Tendenz zunehmend. Obwohl das Flugzeug das klimaschädlichste Massen-Verkehrsmittel ist, bezahlen Flugpassagiere nichts für die von ihnen verursachten Klimaschäden. Ausserdem geniesst der Flugverkehr zahlreiche Steuer- und Planungsprivilegien, welche dazu beitragen, dass Fliegen viel zu günstig ist. Der Flugverkehr darf die Umwelt quasi gratis verschmutzen. Er ist befreit von der Mineralölsteuer, zahlt keine Mehrwertsteuer und profitiert von der Quersubventionierung durch die Flughäfen, die vermehrt als Einkaufs- und Dienstleistungszentren fungieren. Weil Fliegen viel zu billig ist, steigt die Nachfrage stetig an. Fliegen wird überkonsumiert.

Gemäss einer repräsentativen Bevölkerungsbefragung des Forschungsinstituts gfs-zürich (.pdf) im Auftrag der Schweizerischen Energie-Stiftung SES sind 60% der Schweizer Bevölkerung der Meinung, dass die Subventionierung des Flugverkehrs nicht mehr zeitgemäss sei. Besonders ausgeprägt ist die Zustimmung bei Personen im Alter zwischen 40 und 64 Jahren und mit hoher Bildung.

Quelle: SRF online vom 24. August 2018.

Plus 50 Franken für ein Flugticket

Aus der repräsentativen Umfrage von gfs-zürich, bei der 1019 zufällig ausgewählte Personen aus der Deutsch- und Westschweiz befragt wurden, geht hervor, dass im Schnitt 50 Franken für eine Flugticketabgabe auf einen innereuropäischen Flug als angemessen betrachtet werden. Über ein Drittel (37%) der Schweizerinnen und Schweizer sind bereit, 50 Franken und mehr zu bezahlen. Ein weiteres Drittel (36%) beantwortet die Frage, wie hoch eine verursachergerechte Flugticketabgabe sein soll, mit „weiss nicht“. Dies kann darauf hindeuten, dass sich die Befragten noch keine Meinung zu dieser Thematik bilden konnten. Nur 15% der Befragten sind der Meinung, dass die Flugticketabgabe nichts bis maximal 9 Franken kosten sollte. Und 12% haben eine Abgabenhöhe zwischen 10 und 49 Franken angegeben.

Geld für Klimaschutzprojekte in der Schweiz

Gefragt wurde auch nach der Verwendung der Einnahmen einer solchen Abgabe. Die Kategorie «...in der Schweiz in Klimaschutzprojekte fliessen» erhielt mit 60% die grösste Zustimmung, gefolgt von «in den Bahnschnellverkehr fliessen, damit innereuropäische Flüge überflüssig werden» (43%) sowie «in Entwicklungsländer in Klimaschutzprojekte fliessen» (41%) und «in Luftverkehr-Forschungsprojekte fliessen» (34%). Auf dem letzten Platz landet die Antwortkategorie «wieder gleichmässig an Bevölkerung und Unternehmen rückverteilt werden» (27% Zustimmung).

Schadenskosten des Flugverkehrs steigen

Der Flugverkehr hat laut Bundesamt für Raumentwicklung einen Anteil von 10% an den gesamten externen Verkehrskosten, welche zwischen 2010 und 2015 von gut 900 Millionen Franken auf über 1.2 Milliarden Franken angestiegen sind. Dieser Anstieg ist vor allem auf eine steile Zunahme der Verkehrsleistung beim Flugverkehr zurückzuführen. Der grösste Teil dieser Kosten entsteht wegen der Treibhausgasemissionen der Flugzeuge.

«Flugticketabgabe ist dringend nötig»

SES-Projektleiter Florian Brunner ist erfreut, dass die KonsumentInnen das Problem erkennen und bereit sind, einen Ausgleich zu bezahlen. «Ein regulatorischer Eingriff ist dringend notwendig. Dieser geschieht am einfachsten über den Preis. Die Bevölkerung ist grösstenteils bereit dazu.» Mit einer Umweltabgabe auf ein Flugticket in der Höhe von 50 Franken können die Klimakosten des Flugverkehrs vorderhand gedeckt werden. «Eine Lenkung über den Preis ist der wirkungsvollste Weg, um die steigende Nachfrage einzudämmen, was hinsichtlich des Klimaabkommens von Paris dringend nötig ist», führt Florian Brunner aus. Die Politik ist aufgefordert, im Rahmen der Revision des CO2-Gesetzes endlich eine Flugticketabgabe einzuführen.

Umfrage von gfs-zürich im Auftrag der SES

Die repräsentative Bevölkerungsumfrage wurde von gfs-zürich, Markt- und Sozialforschung im Auftrag der SES durchgeführt. Vom 21. Juni bis 18. Juli 2018 wurden mittels Telefoninterviews 1019 Personen in der Deutsch- und Westschweiz ab 18 Jahren befragt.

» Die Umfrageergebnisse im Detail (pdf)

 

 

Florian Brunner

Florian Brunner
Projektleiter Fossile Energien & Klima

Tel. 044 275 21 24
Mail: florian.brunner@energiestiftung.ch
Twitter: @flo_brunn

Bericht SRF Tagesschau

gfs-Umfrage Flugticketabgabe

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Schweizer Bevölkerung offen für angemessene Flugticketabgabe

Viele Kosten, die der Flugverkehr verursacht, sind nicht im Flugticket enthalten, steuerliche Bevorzugungen vergünstigen diese zusätzlich. Eine repräsentative Umfrage von gfs-zürich im Auftrag der SES zeigt, dass ein grosser Teil der Bevölkerung bereit ist, die Kosten für Folgeschäden in der Umwelt und bei der Gesundheit auf den Ticketpreis draufzuschlagen. Für einen innereuropäischen Flug werden im Schnitt (Median) 50 Franken als angemessen betrachtet. Der Ertrag aus dieser Abgabe soll mehrheitlich für Klimaschutzmassnahmen im Inland verwendet werden. Die SES fordert die Politik auf, eine Flugticketabgabe einzuführen.

In der Schweiz trägt der Flugverkehr gegen 20% zur globalen Erwärmung bei, Tendenz zunehmend. Obwohl das Flugzeug das klimaschädlichste Massen-Verkehrsmittel ist, bezahlen Flugpassagiere nichts für die von ihnen verursachten Klimaschäden. Ausserdem geniesst der Flugverkehr zahlreiche Steuer- und Planungsprivilegien, welche dazu beitragen, dass Fliegen viel zu günstig ist. Der Flugverkehr darf die Umwelt quasi gratis verschmutzen. Er ist befreit von der Mineralölsteuer, zahlt keine Mehrwertsteuer und profitiert von der Quersubventionierung durch die Flughäfen, die vermehrt als Einkaufs- und Dienstleistungszentren fungieren. Weil Fliegen viel zu billig ist, steigt die Nachfrage stetig an. Fliegen wird überkonsumiert.

Gemäss einer repräsentativen Bevölkerungsbefragung des Forschungsinstituts gfs-zürich (.pdf) im Auftrag der Schweizerischen Energie-Stiftung SES sind 60% der Schweizer Bevölkerung der Meinung, dass die Subventionierung des Flugverkehrs nicht mehr zeitgemäss sei. Besonders ausgeprägt ist die Zustimmung bei Personen im Alter zwischen 40 und 64 Jahren und mit hoher Bildung.

Quelle: SRF online vom 24. August 2018.

Plus 50 Franken für ein Flugticket

Aus der repräsentativen Umfrage von gfs-zürich, bei der 1019 zufällig ausgewählte Personen aus der Deutsch- und Westschweiz befragt wurden, geht hervor, dass im Schnitt 50 Franken für eine Flugticketabgabe auf einen innereuropäischen Flug als angemessen betrachtet werden. Über ein Drittel (37%) der Schweizerinnen und Schweizer sind bereit, 50 Franken und mehr zu bezahlen. Ein weiteres Drittel (36%) beantwortet die Frage, wie hoch eine verursachergerechte Flugticketabgabe sein soll, mit „weiss nicht“. Dies kann darauf hindeuten, dass sich die Befragten noch keine Meinung zu dieser Thematik bilden konnten. Nur 15% der Befragten sind der Meinung, dass die Flugticketabgabe nichts bis maximal 9 Franken kosten sollte. Und 12% haben eine Abgabenhöhe zwischen 10 und 49 Franken angegeben.

Geld für Klimaschutzprojekte in der Schweiz

Gefragt wurde auch nach der Verwendung der Einnahmen einer solchen Abgabe. Die Kategorie «...in der Schweiz in Klimaschutzprojekte fliessen» erhielt mit 60% die grösste Zustimmung, gefolgt von «in den Bahnschnellverkehr fliessen, damit innereuropäische Flüge überflüssig werden» (43%) sowie «in Entwicklungsländer in Klimaschutzprojekte fliessen» (41%) und «in Luftverkehr-Forschungsprojekte fliessen» (34%). Auf dem letzten Platz landet die Antwortkategorie «wieder gleichmässig an Bevölkerung und Unternehmen rückverteilt werden» (27% Zustimmung).

Schadenskosten des Flugverkehrs steigen

Der Flugverkehr hat laut Bundesamt für Raumentwicklung einen Anteil von 10% an den gesamten externen Verkehrskosten, welche zwischen 2010 und 2015 von gut 900 Millionen Franken auf über 1.2 Milliarden Franken angestiegen sind. Dieser Anstieg ist vor allem auf eine steile Zunahme der Verkehrsleistung beim Flugverkehr zurückzuführen. Der grösste Teil dieser Kosten entsteht wegen der Treibhausgasemissionen der Flugzeuge.

«Flugticketabgabe ist dringend nötig»

SES-Projektleiter Florian Brunner ist erfreut, dass die KonsumentInnen das Problem erkennen und bereit sind, einen Ausgleich zu bezahlen. «Ein regulatorischer Eingriff ist dringend notwendig. Dieser geschieht am einfachsten über den Preis. Die Bevölkerung ist grösstenteils bereit dazu.» Mit einer Umweltabgabe auf ein Flugticket in der Höhe von 50 Franken können die Klimakosten des Flugverkehrs vorderhand gedeckt werden. «Eine Lenkung über den Preis ist der wirkungsvollste Weg, um die steigende Nachfrage einzudämmen, was hinsichtlich des Klimaabkommens von Paris dringend nötig ist», führt Florian Brunner aus. Die Politik ist aufgefordert, im Rahmen der Revision des CO2-Gesetzes endlich eine Flugticketabgabe einzuführen.

Umfrage von gfs-zürich im Auftrag der SES

Die repräsentative Bevölkerungsumfrage wurde von gfs-zürich, Markt- und Sozialforschung im Auftrag der SES durchgeführt. Vom 21. Juni bis 18. Juli 2018 wurden mittels Telefoninterviews 1019 Personen in der Deutsch- und Westschweiz ab 18 Jahren befragt.

» Die Umfrageergebnisse im Detail (pdf)

 

 

Florian Brunner

Florian Brunner
Projektleiter Fossile Energien & Klima

Tel. 044 275 21 24
Mail: florian.brunner@energiestiftung.ch
Twitter: @flo_brunn

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