Atommüll: Ehemaliges EKRA-Mitglied distanziert sich von eigenem Konzept

An der gut besuchten Abendveranstaltung der SES zum Thema Atommüll distanzierte sich mit Marcos Buser erstmals ein ehemaliges Mitglied der Expertengruppe «Entsorgungskonzepte für radioaktive Abfälle» (EKRA) öffentlich von der Tiefenlagerung als Lösung des Atommüll-Problems. Erfahrungen aus dem Ausland und der Nagra zeigten: das geologische Tiefenlager sei nicht wie heute vorgesehen umsetzbar.

Im Rahmen der Jahresversammlung vom 26. April 2018 führte die Schweizerische Energie-Stiftung SES zusammen mit verschiedenen Expertinnen und Experten eine kontroverse Diskussion rund um das geplante geologische Tiefenlager für Atommüll. Der grosse Publikumsauflauf - über 150 ZuhörerInnen wohnten dem Anlass im Volkshaus Zürich bei  - zeigt, dass das Thema Atommülllagerung nach wie vor bewegt.

Der Atommüll bleibt

Die Fachleute auf dem Podium lieferten sich einen fachlich versierten, aber verständlichen Schlagabtausch. «Mit dem Entscheid für die Energiestrategie 2050 ist klar: Die AKW gehen vom Netz, der Atommüll bleibt» sagte Markus Fritschi, Stellvertretender Vorsitzender der Geschäftsleitung der NAGRA. Das Atommüllproblem müsse zügig angegangen und gelöst werden. Martin Ott von Klar! Schweiz und Mitglied der Leitungsgruppe Regionalkonferenz Zürich Nordost forderte dazu eine gleichwertigen Dialog zwischen Behörden und Zivilgesellschaft. Ann-Kathrin Leuz vom Eidgenössischen Nuklearsicherheitsinspektorat ENSI vertrat den Standpunkt, dass in Hinblick auf die Unsicherheiten über die Stabilität der Gesellschaft über lange Zeiträume nur ein Tiefenlager als Lösung in Frage komme.

Kritik aus den eigenen Reihen

Mit dem Geologen und Sozialwissenschaftler Marcos Buser distanzierte sich erstmals ein ehemaliges Mitglied der Expertengruppe für radoaktive Abfälle (EKRA) vom um die Jahrtausendwende selber erarbeiteten Konzept der Tiefenlagerung. Gemäss Buser führe das derzeitige Sachplanverfahren und das mangelhafte Konzept der Nagra in die Sackgasse. Die Erfahrungen aus dem Ausland zeigten, dass die Tiefenlagerung nicht genügend sicher sei.
In seinem Abschlussvotum folgerte SES-Sitftungsratspräsident und Nationalrat Beat Jans, dass der Umgang mit dem Atommüll ein gesellschaftliches Problem ist, dass weit über die technische Ebene hinaus gehe. Das müssen auch die Behörden anerkennen.

Ausblick

Mit Spannung wird nun der nächste Schritt im politischen Prozess zur Findung eines Atommülllagers in der Schweiz erwartet: Der Vernehmlassungsbericht zur Etappe 2 des Sachplans geologische Tiefenlager soll noch im Verlauf dieses Jahres publiziert werden. Dazu wird das ENSI die Anforderungen für die Rahmenbewilligung des Tiefenlagers festlegen. Die SES wird den Prozess weiterhin eng verfolgen.

 

Valentin Schmidt

Valentin Schmidt
Leiter Politik & Kommunikation

Tel. 044 275 21 23
Mail:
valentin.schmidt@energiestiftung.ch
Twitter: @energiestiftung.ch

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Atommüll: Ehemaliges EKRA-Mitglied distanziert sich von eigenem Konzept

An der gut besuchten Abendveranstaltung der SES zum Thema Atommüll distanzierte sich mit Marcos Buser erstmals ein ehemaliges Mitglied der Expertengruppe «Entsorgungskonzepte für radioaktive Abfälle» (EKRA) öffentlich von der Tiefenlagerung als Lösung des Atommüll-Problems. Erfahrungen aus dem Ausland und der Nagra zeigten: das geologische Tiefenlager sei nicht wie heute vorgesehen umsetzbar.

Im Rahmen der Jahresversammlung vom 26. April 2018 führte die Schweizerische Energie-Stiftung SES zusammen mit verschiedenen Expertinnen und Experten eine kontroverse Diskussion rund um das geplante geologische Tiefenlager für Atommüll. Der grosse Publikumsauflauf - über 150 ZuhörerInnen wohnten dem Anlass im Volkshaus Zürich bei  - zeigt, dass das Thema Atommülllagerung nach wie vor bewegt.

Der Atommüll bleibt

Die Fachleute auf dem Podium lieferten sich einen fachlich versierten, aber verständlichen Schlagabtausch. «Mit dem Entscheid für die Energiestrategie 2050 ist klar: Die AKW gehen vom Netz, der Atommüll bleibt» sagte Markus Fritschi, Stellvertretender Vorsitzender der Geschäftsleitung der NAGRA. Das Atommüllproblem müsse zügig angegangen und gelöst werden. Martin Ott von Klar! Schweiz und Mitglied der Leitungsgruppe Regionalkonferenz Zürich Nordost forderte dazu eine gleichwertigen Dialog zwischen Behörden und Zivilgesellschaft. Ann-Kathrin Leuz vom Eidgenössischen Nuklearsicherheitsinspektorat ENSI vertrat den Standpunkt, dass in Hinblick auf die Unsicherheiten über die Stabilität der Gesellschaft über lange Zeiträume nur ein Tiefenlager als Lösung in Frage komme.

Kritik aus den eigenen Reihen

Mit dem Geologen und Sozialwissenschaftler Marcos Buser distanzierte sich erstmals ein ehemaliges Mitglied der Expertengruppe für radoaktive Abfälle (EKRA) vom um die Jahrtausendwende selber erarbeiteten Konzept der Tiefenlagerung. Gemäss Buser führe das derzeitige Sachplanverfahren und das mangelhafte Konzept der Nagra in die Sackgasse. Die Erfahrungen aus dem Ausland zeigten, dass die Tiefenlagerung nicht genügend sicher sei.
In seinem Abschlussvotum folgerte SES-Sitftungsratspräsident und Nationalrat Beat Jans, dass der Umgang mit dem Atommüll ein gesellschaftliches Problem ist, dass weit über die technische Ebene hinaus gehe. Das müssen auch die Behörden anerkennen.

Ausblick

Mit Spannung wird nun der nächste Schritt im politischen Prozess zur Findung eines Atommülllagers in der Schweiz erwartet: Der Vernehmlassungsbericht zur Etappe 2 des Sachplans geologische Tiefenlager soll noch im Verlauf dieses Jahres publiziert werden. Dazu wird das ENSI die Anforderungen für die Rahmenbewilligung des Tiefenlagers festlegen. Die SES wird den Prozess weiterhin eng verfolgen.

 

Valentin Schmidt

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Leiter Politik & Kommunikation

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valentin.schmidt@energiestiftung.ch
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