Klimaschutz und Energiewende dank Solarkraft

In seinem neusten Buch «Sonne für den Klimaschutz» legt Roger Nordmann einen wirksamen Klimaschutzplan für die Schweiz vor. Energieeffizienz und viel Sonne – so das Rezept. Nordmanns Solarplan zeigt, wie sich die Energiewirtschaft dekarbonisieren lässt und die Photovoltaik zum zweiten Grundpfeiler der Schweizer Energieversorgung wird.

Von Tonja Iten*

Der Klimawandel ist das drängendste Problem unserer Zeit. Mit dieser Feststellung startet SP-Nationalrat und Swissolar-Präsident Roger Nordmann sein neues Buch «Sonne für den Klimaschutz». Ausgehend vom 2°-Ziel des Pariser Klimaübereinkommens verortet er den grossen Klimahebel der Schweiz in der Energiewirtschaft. Fakt ist: Rund 80 % des Schweizer Treibhausgasausstosses stammen aus der Nutzung fossiler Brenn- und Treibstoffe. Folgerichtig lautet das oberste Ziel: Die Energiewirtschaft muss restlos dekarbonisiert werden. Ein politisches Instrument, um dies zu erreichen, ist die Förderung der zukunftsträchtigsten Technologien.

Schweizer Energiewende dank Photovoltaik

Die Schlüsselrolle spielt die Sonnenenergie, welche neben der Wasserkraft zur zweiten tragenden Säule der Schweizer Stromversorgung werden soll. Nur ein massiver Ausbau der Photovoltaik kann erstens den Atomausstieg kompensieren, zweitens die Dekarbonisierung und Elektrifizierung des Verkehr- und Gebäudesektors ermöglichen, so die zentrale Aussage des Klima- und Energieexperten. Gesamthaft rechnet Roger Nordmann mit einem Zusatzbedarf von 40 bis 45 Terawattstunden Strom jährlich. Zur Deckung empfiehlt Nordmann, die installierte PV-Leistung von heute 2 auf 50 Gigawatt im Jahr 2050 zu erhöhen. Der Ausbau kann auf vorhandener Fläche und Infrastruktur geschehen. Das nachhaltige Potenzial ist vorhanden.

2 Milliarden jährlich bis 2050

Die Schwierigkeiten verortet Roger Nordmann nicht in der technischen Machbarkeit (siehe Interview), sondern im heutigen Strommarkt. Photovoltaik ist zwar die günstigste Stromerzeugungsart1, doch bei den heutigen europäischen Überkapazitäten lohnen sich Investitionen nicht. Der SP-Nationalrat fordert deshalb von der Politik eine konsequente Förderung der Photovoltaik: Weiterführung der Einmalvergütung für kleine Anlagen, welche dank Eigenverbrauchsmodell rentabel sind, sowie wettbewerbliche Ausschreibungen für Grossanlagen. Die benötigten staatlichen Fördermittel würden sich auf rund 550 Millionen Franken pro Jahr belaufen, was ein Vielfaches an privaten Investitionen ermöglicht. In der Summe rechnet Roger Nordmann mit knapp 2 Milliarden Franken pro Jahr bis 2050.

Verglichen mit den massiven gesamtschweizerischen Investitionen während der 1960er-Jahre und den rund 10 Milliarden, welche die Schweiz pro Jahr für fossile Energieimporte ausgibt, scheinen 2 Milliarden Franken jährlich für eine nachhaltige Energiezukunft geradezu vernünftig. Ganz zu schweigen von den horrenden Anpassungs- und Folgekosten, mit denen die Schweiz und die Welt bei einem ungebremsten Klimawandel konfrontiert sein wird. Fazit des umtriebigen Politikers und Autors: Nichtstun ist keine Option!

Nachgegraft bei Roger Nordmann, Experte für Energie- und Klimafragen

Quellen

  1. Für die Gewinnung einer zusätzlichen kWh Strom aus einheimischen, erneuerbaren Energiequellen ist Photovoltaik heute die günstigste Technologie. Siehe: Rudolf Rechsteiner, Photovoltaik als kostengünstigste Stromquelle dauerhaft blockiert?, Okt. 2018.

*Die Autorin

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