Atomenergie

  • Die Atomtechnologie wurde für die Atombombe entwickelt.
  • Die Atomenergie ist mit mindestens zwei unlösbaren Problemen verbunden: Dem Restrisiko in den Atomkraftwerken und die Entsorgung der radioaktiven Abfälle.
  • Weltweit geht die Anzahl Reaktoren zurück.

Die Atomtechnologie wurde für die Atombombe entwickelt. Die Atomenergie beruht auf einer hochgefährlichen Technologie, die für militärische Zwecke entwickelt wurde. Nach den Verwüstungen in Hiroshima und Nagasaki wurde diese Technologie zur Erzeugung von Strom weiterentwickelt. Zitat Albert Einstein: «Ich habe in meinem Leben einen grossen Fehler gemacht… als ich den Brief an Präsident Roosevelt unterzeichnete, in dem ich empfahl Atombomben zu bauen.» 

Die Euphorie ist verflogen, die Probleme sind geblieben. Die Faszination einer neuen und mächtigen Technologie führte in den 1960er Jahren zu einer Baueuphorie von Atomkraftwerken. Staat, Militär und Forschung förderten die Entwicklung der Atomtechnologie. In der Schweiz wurden von elf geplanten Reaktoren fünf gebaut. Die Euphorie ist verflogen, die Probleme sind geblieben. Beispiele sind das Restrisiko und die Strahlen-Gefahren, der Atommüll und die Endlichkeit des Rohstoffs Uran, die Atomwaffen und letztlich die kostspieligen Folgen, wie die Stilllegung alter AKW und die Lagerung des Atommülls.

Weltweites AKW-Sterben. Nach dem Bauboom in den 1960er und 1970er Jahren gingen die Bauaufträge für Atomreaktoren auf Grund von Fehleinschätzungen der Kosten und Risiken rapide zurück. Heute sind 437 AKW weltweit in Betrieb. In den nächsten 10-20 Jahren erreichen über die Hälfte der weltweiten AKW ihre Altersgrenze und müssen vom Netz. Alleine in Europa werden bis 2025 ca. 50 laufende AKW stillgelegt. Nach dem GAU in Fukushima wurden alleine in Deutschland acht AKW «frühzeitig» vom Netz genommen. Um den heutigen Atomkraftwerkpark aufrecht zu erhalten, müsste schon heute jede sechste Woche ein neues AKW in Betrieb genommen werden. Von einer Renaissance kann keine Rede sein. Im Gegenteil: Es beginnt das teure Atomzeitalter des Rückbaus, der Dekontamination und der Entsorgung der radioaktiven Abfälle.

Die Schweiz betreibt derzeit vier Reaktoren: Beznau I und Beznau II, Gösgen und Leibstadt. Ende 2019 wurde mit dem AKW Mühleberg das erste Schweizer AKW stillgelegt. Die fünf Reaktoren trugen 2020 rund 33% zur Schweizer Stromproduktion bei. Das Durchschnittsalter des Schweizer AKW-Parks beträgt 44.2 Jahre (Stand: 2020), obwohl die Reaktoren ursprünglich für eine Betriebslaufzeit von 40 Jahren konzipiert wurden. Das Kernenergiegesetz enthält die Gesetzesgrundlage für den Weiterbetrieb. Demgemäss können AKW «so lange sie sicher sind» in Betrieb bleiben, eine konkrete Laufzeitbeschränkung gibt es nicht. Mit Annahme der Energiestrategie 2050 haben die Stimmberechtigten 2017 entschieden, dass in der Schweiz keine neuen AKW mehr gebaut werden dürfen.

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