Weltklimavertrag von Paris: Klimaschutz bleibt freiwillig!

In Paris ist letzte Woche ein neues Klima-Abkommen zustande gekommen. Das ist anerkennenswert aber noch lange kein Anlass zur Freude. Denn erreicht ist im Grunde noch gar nichts. Es fehlen verbindliche Emissionsreduktionsziele und Sanktionsmechanismen. Wörter wie «Dekarbonisierung» und «Nullemissionen» wurden gleich ganz gestrichen. Mit diesem Vertrag verfehlt die Welt das gesetzte 2-Grad-Ziel bei Weitem.

Auf zu spät verschoben. Das Abkommen von Paris definiert das Ziel, die durchschnittliche globale Erwärmung deutlich unter 2 Grad Celsius zu halten und wenn möglich nicht über 1,5 Grad steigen zu lassen. Um diese hehren Ziele zu erreichen, müssen wir mit der CO2-Reduktion sofort und vor der eigenen Haustüre beginnen. Aber genau damit will sich die Staatengemeinschaft Zeit lassen. Zum Beispiel will China seine Emissionen erst ab 2030 reduzieren.

Eine wirksame Überprüfung fehlt. Wer sich Ziele setzt, muss sich auch zu regelmässiger Überprüfung bekennen. Aber auch da ist es schlecht bestellt um Wirksamkeit. Die beteiligten Staaten wollen sich alle fünf Jahre selber überprüfen und je nach dem neue Ziele festlegen. Das ist löblich, bringt aber wenig, wenn es keine Sanktionsmöglichkeiten gibt.

Dieser Vertrag sendet falsche Signale. In diesem Vertrag fehlt das Handfeste. Zu freiwillig ist das Notwendige. Das wird es auch ambitionierten Staaten schwer machen, mit gutem Beispiel voranzugehen. Auch der Schweiz.

Würde die Schweiz die KlimaforscherInnen ernst nehmen, dann müssten wir unseren fossilen Energieverbrauch bis zum Jahr 2030 um 60% reduzieren.

 

Florian Brunner

Florian Brunner
Projektleiter Fossile Energien & Klima

Tel. 044 275 21 24
Mail: florian.brunner@energiestiftung.ch
Twitter: @flo_brunn

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Weltklimavertrag von Paris: Klimaschutz bleibt freiwillig!

In Paris ist letzte Woche ein neues Klima-Abkommen zustande gekommen. Das ist anerkennenswert aber noch lange kein Anlass zur Freude. Denn erreicht ist im Grunde noch gar nichts. Es fehlen verbindliche Emissionsreduktionsziele und Sanktionsmechanismen. Wörter wie «Dekarbonisierung» und «Nullemissionen» wurden gleich ganz gestrichen. Mit diesem Vertrag verfehlt die Welt das gesetzte 2-Grad-Ziel bei Weitem.

Auf zu spät verschoben. Das Abkommen von Paris definiert das Ziel, die durchschnittliche globale Erwärmung deutlich unter 2 Grad Celsius zu halten und wenn möglich nicht über 1,5 Grad steigen zu lassen. Um diese hehren Ziele zu erreichen, müssen wir mit der CO2-Reduktion sofort und vor der eigenen Haustüre beginnen. Aber genau damit will sich die Staatengemeinschaft Zeit lassen. Zum Beispiel will China seine Emissionen erst ab 2030 reduzieren.

Eine wirksame Überprüfung fehlt. Wer sich Ziele setzt, muss sich auch zu regelmässiger Überprüfung bekennen. Aber auch da ist es schlecht bestellt um Wirksamkeit. Die beteiligten Staaten wollen sich alle fünf Jahre selber überprüfen und je nach dem neue Ziele festlegen. Das ist löblich, bringt aber wenig, wenn es keine Sanktionsmöglichkeiten gibt.

Dieser Vertrag sendet falsche Signale. In diesem Vertrag fehlt das Handfeste. Zu freiwillig ist das Notwendige. Das wird es auch ambitionierten Staaten schwer machen, mit gutem Beispiel voranzugehen. Auch der Schweiz.

Würde die Schweiz die KlimaforscherInnen ernst nehmen, dann müssten wir unseren fossilen Energieverbrauch bis zum Jahr 2030 um 60% reduzieren.

 

Florian Brunner

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Projektleiter Fossile Energien & Klima

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