Pumpspeicherung

Kohle- und Atomkraftwerke produzieren immer gleich viel Strom. In der Nacht ist der Verbrauch jedoch tief und der Preis für diesen «Überschuss-Strom» nahezu Null. Pumpspeicherwerke nutzen diesen billigen Nachtstrom und pumpen das Wasser in die Speicherseen hoch. Am Mittag und Abend wird daraus dann vermeintlich sauberer Spitzenstrom produziert, welcher meist für gutes Geld ins Ausland exportiert wird.
Diese Stromveredelung und Geldvermehrung hat drei Haken:

  1. Wer heute Pumpspeicher baut, der schafft Sachzwänge für neue AKW, neue Kohlekraftwerke und für neue Hochspannungsleitungen.
  2. Der Bau von Pumpspeicherwerken ist ökonomisch höchst riskant. Besser investiert wäre dieses Geld in einheimische erneuerbare Kraftwerke.
  3. Der Betrieb der Pumpspeicherwerke ist durch die Endverbraucher subventioniert, weil für den Pumpstrom kein Netzentgelt bezahlt wird.

Wer 1 Kilowattstunde Pumpstrom nach Italien verkaufen will, braucht dazu 1,25 KWh Strom fürs Hochpumpen und muss noch einiges an Transportverlusten auf dem Stromnetz dazurechnen. Diese Stromvernichtung ist ein Geschäft, das nur so lange funktioniert, wie die Margen zwischen Spitzen- und Überschussstrom genügend gross sind. Für die Ausregelung von unregelmässig produzierenden Sonnen- und Windstromanlagen in der Schweiz brauchen wir die Pumpspeicherung in absehbarer Zeit nicht – und in Zukunft sind vielleicht dezentrale Speichersysteme sinnvoller.

SES Empfehlung

Unnötig

Die SES stellt sich heute gegen den Ausbau der Pumpspeicherwerke. Sie erhöhen den Stromverbrauch massiv und steigern den Sachzwang für neue ineffiziente Grosskraftwerke bzw. dienen der Laufzeitverlängerung der alten Bandkraftwerke.

Ungerecht

Die Subventionierung durch den Erlass des Netzentgelt gemäss StromVG ist ungerecht und ungerechtfertigt. Sie führt zu einer Ungleichbehandlung der verschiedenen Speichertechnologien und gehört abgeschafft.