Président Hollande: Der Einstieg in den Französischen Atomausstieg?

75% des französischen Stroms wird in Atomkraftwerken produziert. François Hollande will den Anteil der Atomenergie am französischen Strommix bis 2025 auf 50% senken und den Uraltreaktor in Fessenheim abschalten. Mit dieser Politik liegt die Atomnation Frankreich im internationalen Trend.

Deutschland und die Schweiz haben 2011 den Atomausstieg beschlossen. In Italien wurde der erneute Einstieg in die Atomenergie vom Volk abgelehnt. Seit 2002 ist die Zahl der AKW von maximal 444 Reaktoren auf heute 429 gesunken. Die immer wieder beschworene Atomrenaissance findet nicht statt. Im Gegenteil: Mit der Wahl von François Hollande wird sich der Niedergang der Atomindustrie beschleunigen. Der EPR in Flamanville ist vermutlich das letzte AKW, das in Frankreich gebaut wird. Die Anlage soll 6 Milliarden Euro kosten, 2,7 Milliarden Euro mehr als budgetiert und ist bereits 4 Jahre im Verzug.

Die Französische Atomindustrie befindet sich schon längst in der Krise. Obwohl sich Nicolas Sarkozy sehr darum bemühte und sogar an Gaddafis Libyen ein AKW verkaufen wollte, wurden die neuen EPR-Reaktoren nicht zum französischen Exportschlager. Die Aktien von EDF, dem halbstaatlichen AKW-Betreiber, haben seit 2007 80% ihres Werts verloren. Areva, der ebenfalls halbstaatliche AKW-Hersteller, büsste im selben Zeitraum 75% seines Werts ein. Letztes Jahr schloss Areva mit einem Verlust von 2,4 Milliarden Euro ab und wurde von Standard & Poor’s mit BBB- praktisch auf Junk-Bond-Level herabgestuft.

François Hollande möchte Frankreichs Abhängigkeit von der Atomkraft reduzieren und die Produktion von erneuerbaren Energien fördern. Mit der gestrigen Wahl haben sich die französischen Stimmbürger/-innen für zukunftsgerichtete Energiepolitik entschieden.

 

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Président Hollande: Der Einstieg in den Französischen Atomausstieg?

75% des französischen Stroms wird in Atomkraftwerken produziert. François Hollande will den Anteil der Atomenergie am französischen Strommix bis 2025 auf 50% senken und den Uraltreaktor in Fessenheim abschalten. Mit dieser Politik liegt die Atomnation Frankreich im internationalen Trend.

Deutschland und die Schweiz haben 2011 den Atomausstieg beschlossen. In Italien wurde der erneute Einstieg in die Atomenergie vom Volk abgelehnt. Seit 2002 ist die Zahl der AKW von maximal 444 Reaktoren auf heute 429 gesunken. Die immer wieder beschworene Atomrenaissance findet nicht statt. Im Gegenteil: Mit der Wahl von François Hollande wird sich der Niedergang der Atomindustrie beschleunigen. Der EPR in Flamanville ist vermutlich das letzte AKW, das in Frankreich gebaut wird. Die Anlage soll 6 Milliarden Euro kosten, 2,7 Milliarden Euro mehr als budgetiert und ist bereits 4 Jahre im Verzug.

Die Französische Atomindustrie befindet sich schon längst in der Krise. Obwohl sich Nicolas Sarkozy sehr darum bemühte und sogar an Gaddafis Libyen ein AKW verkaufen wollte, wurden die neuen EPR-Reaktoren nicht zum französischen Exportschlager. Die Aktien von EDF, dem halbstaatlichen AKW-Betreiber, haben seit 2007 80% ihres Werts verloren. Areva, der ebenfalls halbstaatliche AKW-Hersteller, büsste im selben Zeitraum 75% seines Werts ein. Letztes Jahr schloss Areva mit einem Verlust von 2,4 Milliarden Euro ab und wurde von Standard & Poor’s mit BBB- praktisch auf Junk-Bond-Level herabgestuft.

François Hollande möchte Frankreichs Abhängigkeit von der Atomkraft reduzieren und die Produktion von erneuerbaren Energien fördern. Mit der gestrigen Wahl haben sich die französischen Stimmbürger/-innen für zukunftsgerichtete Energiepolitik entschieden.

 

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