Nationalrat hat aus Fukushima nichts gelernt

Der Nationalrat lehnt es ab, im Kernenergiegesetz ein Langzeitbetriebskonzept zu verankern. Somit fehlt in der Energiestrategie 2050 eine verschärfte Kontrolle für das älteste AKW der Welt. Fünf Jahre nach Fukushima nehmen die nuklearen Risiken für die Schweizer Bevölkerung paradoxerweise weiter zu anstatt ab.

SES-Geschäftsleiter Jürg Buri zeigt sich enttäuscht über den Entscheid gegen verstärkte Kontrollen der Schweizer Uralt-AKW: «Das ist ein verantwortungsloser Entscheid.» Auch den Minderheitsantrag des SES-Präsidenten Beat Jans lehnte der Nationalrat ab. Dieser forderte eine Eindämmung des nuklearen Risikos über die Beschränkung der Laufzeit des ältesten AKW der Welt auf 50 Jahre. «Offensichtlich nimmt die Politik weder die Risiken der Atomkraft noch die Ängste der Bevölkerung genügend ernst», so Buri. AKW werden von der Bevölkerung nach wie vor als grösste Gefahr wahrgenommen, wie eine aktuelle Umfrage des Bundesamtes für Statistik (BFS) zeigt.

Aufsichtsbehörde stösst auf taube Ohren
Der Nationalrats-Entscheid ist umso unverständlicher, da die Atomaufsicht ENSI selber dieses Langzeitbetriebskonzept gefordert hat. «Wenn die Politik ihrer Atomaufsichtsbehörde die geforderten Instrumente zur Gewährleistung der Sicherheit verweigert, so kann die Aufsicht ihre Aufgabe nicht wahrnehmen», sagt Buri. Noch 2014 hat der Nationalrat – in alter Zusammensetzung – mit deutlicher Mehrheit ein Langzeitbetriebskonzept unterstützt.

Risiko Alt-Reaktor ist real
Die SES hat mit ihrer jüngsten Studie am Beispiel des AKW Beznau I, dem ältesten AKW der Welt, aufgezeigt, wie die ursprüngliche Sicherheitsmarge im Laufe der Betriebszeit erodiert. «Diese Sicherheitsmarge mit Investitionen in Nachrüstungen erhalten zu wollen, ist eine Illusion», so Buri weiter. «Es braucht deshalb mindestens eine verstärkte Kontrolle nach 40 Jahren Betriebszeit.»

Weitere Informationen

Jürg Buri

Jürg Buri
Geschäftsleiter

Tel. 044 275 21 21
Mail: juerg.buri@energiestiftung.ch

Zurück

Nationalrat hat aus Fukushima nichts gelernt

Der Nationalrat lehnt es ab, im Kernenergiegesetz ein Langzeitbetriebskonzept zu verankern. Somit fehlt in der Energiestrategie 2050 eine verschärfte Kontrolle für das älteste AKW der Welt. Fünf Jahre nach Fukushima nehmen die nuklearen Risiken für die Schweizer Bevölkerung paradoxerweise weiter zu anstatt ab.

SES-Geschäftsleiter Jürg Buri zeigt sich enttäuscht über den Entscheid gegen verstärkte Kontrollen der Schweizer Uralt-AKW: «Das ist ein verantwortungsloser Entscheid.» Auch den Minderheitsantrag des SES-Präsidenten Beat Jans lehnte der Nationalrat ab. Dieser forderte eine Eindämmung des nuklearen Risikos über die Beschränkung der Laufzeit des ältesten AKW der Welt auf 50 Jahre. «Offensichtlich nimmt die Politik weder die Risiken der Atomkraft noch die Ängste der Bevölkerung genügend ernst», so Buri. AKW werden von der Bevölkerung nach wie vor als grösste Gefahr wahrgenommen, wie eine aktuelle Umfrage des Bundesamtes für Statistik (BFS) zeigt.

Aufsichtsbehörde stösst auf taube Ohren
Der Nationalrats-Entscheid ist umso unverständlicher, da die Atomaufsicht ENSI selber dieses Langzeitbetriebskonzept gefordert hat. «Wenn die Politik ihrer Atomaufsichtsbehörde die geforderten Instrumente zur Gewährleistung der Sicherheit verweigert, so kann die Aufsicht ihre Aufgabe nicht wahrnehmen», sagt Buri. Noch 2014 hat der Nationalrat – in alter Zusammensetzung – mit deutlicher Mehrheit ein Langzeitbetriebskonzept unterstützt.

Risiko Alt-Reaktor ist real
Die SES hat mit ihrer jüngsten Studie am Beispiel des AKW Beznau I, dem ältesten AKW der Welt, aufgezeigt, wie die ursprüngliche Sicherheitsmarge im Laufe der Betriebszeit erodiert. «Diese Sicherheitsmarge mit Investitionen in Nachrüstungen erhalten zu wollen, ist eine Illusion», so Buri weiter. «Es braucht deshalb mindestens eine verstärkte Kontrolle nach 40 Jahren Betriebszeit.»

Weitere Informationen

Jürg Buri

Jürg Buri
Geschäftsleiter

Tel. 044 275 21 21
Mail: juerg.buri@energiestiftung.ch

Zurück