Kostenunterschätzung bei AKW-Stilllegung und Atommüllentsorgung

Trotz zwei Revisionen der Stilllegungs- und Entsorgungsfonds-verordnung (SEFV), wird das Geld für die Back-End-Kosten der Atomenergie fehlen. Die SES bemängelt am Bundesratsbeschluss, dass die Kosten noch immer auf der Basis von Schönwetterszenarien berechnet werden, was zu einer Kostenunterschätzung führt. Schlussendlich wird der Steuerzahler zur Kasse gebeten werden müssen.

Die Schweizerische Energie-Stiftung SES begrüsst die Verbesserungen im Bereich der Aufsicht und Kompetenzenverteilung, welche der Bundesrat mit der zweiten Revision der SEFV umsetzt. «Mit diesen längst überfälligen, personellen Entflechtungen zwischen Aufsichtsbehörde und Fondsgremien wird unseren rechtsstaatlichen Prinzipien endlich Rechnung getragen», sagt Sabine von Stockar, Projektleiterin Atom & Strom bei der SES. Im Bereich der Kostenberechnung bleibt die Verordnung aber mangelhaft. «Selbst die Eidgenössische Finanzkontrolle EFK spricht hier von einem Idealszenario, auf welchem die Kostenberechnungen der Stilllegung von Schweizer AKW und der Entsorgung des Atommülls basieren», weiss von Stockar. «Die Kostenrisiken werden dabei unterschlagen.»

Erfahrung zeigt: Kostenrisiken müssen antizipiert werden

Erfahrungen mit anderen Grossprojekten wie etwa der neuen Eisenbahn-Alpentransversale NEAT zeigen, dass Kostenrisiken in die Planung miteinbezogen werden müssen (Vgl. Dossier im Anhang). Bei der Stilllegung von Atomkraftwerken und der Entsorgung radioaktiver Abfälle handelt es sich um überaus langwierige Projekte mit Pionier-Charakter. Mögliche, in der Kostenstudie bisher ausgeblendete Kostenrisiken sind beispielsweise Bauverzögerungen, rechtliche Hürden, böse Überraschungen Unter Tage oder neue Anforderungen an Technologie, Sicherheit und Umwelt. «Diese Risiken gilt es zumindest in Form von verschiedenen Szenarien zu antizipieren», so von Stockar weiter.

Klar ist: Zu optimistische oder falsche Annahmen führen dazu, dass die Fonds die Kosten für die Stilllegung und die Entsorgung des Atommülls nicht decken können und letztlich die SteuerzahlerInnen zur Kasse gebeten werden.

Mehr Informationen
Sabine von Stockar, Projektleiterin Atom&Strom
Tel. 044 275 21 21

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Kostenunterschätzung bei AKW-Stilllegung und Atommüllentsorgung

Trotz zwei Revisionen der Stilllegungs- und Entsorgungsfonds-verordnung (SEFV), wird das Geld für die Back-End-Kosten der Atomenergie fehlen. Die SES bemängelt am Bundesratsbeschluss, dass die Kosten noch immer auf der Basis von Schönwetterszenarien berechnet werden, was zu einer Kostenunterschätzung führt. Schlussendlich wird der Steuerzahler zur Kasse gebeten werden müssen.

Die Schweizerische Energie-Stiftung SES begrüsst die Verbesserungen im Bereich der Aufsicht und Kompetenzenverteilung, welche der Bundesrat mit der zweiten Revision der SEFV umsetzt. «Mit diesen längst überfälligen, personellen Entflechtungen zwischen Aufsichtsbehörde und Fondsgremien wird unseren rechtsstaatlichen Prinzipien endlich Rechnung getragen», sagt Sabine von Stockar, Projektleiterin Atom & Strom bei der SES. Im Bereich der Kostenberechnung bleibt die Verordnung aber mangelhaft. «Selbst die Eidgenössische Finanzkontrolle EFK spricht hier von einem Idealszenario, auf welchem die Kostenberechnungen der Stilllegung von Schweizer AKW und der Entsorgung des Atommülls basieren», weiss von Stockar. «Die Kostenrisiken werden dabei unterschlagen.»

Erfahrung zeigt: Kostenrisiken müssen antizipiert werden

Erfahrungen mit anderen Grossprojekten wie etwa der neuen Eisenbahn-Alpentransversale NEAT zeigen, dass Kostenrisiken in die Planung miteinbezogen werden müssen (Vgl. Dossier im Anhang). Bei der Stilllegung von Atomkraftwerken und der Entsorgung radioaktiver Abfälle handelt es sich um überaus langwierige Projekte mit Pionier-Charakter. Mögliche, in der Kostenstudie bisher ausgeblendete Kostenrisiken sind beispielsweise Bauverzögerungen, rechtliche Hürden, böse Überraschungen Unter Tage oder neue Anforderungen an Technologie, Sicherheit und Umwelt. «Diese Risiken gilt es zumindest in Form von verschiedenen Szenarien zu antizipieren», so von Stockar weiter.

Klar ist: Zu optimistische oder falsche Annahmen führen dazu, dass die Fonds die Kosten für die Stilllegung und die Entsorgung des Atommülls nicht decken können und letztlich die SteuerzahlerInnen zur Kasse gebeten werden.

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Sabine von Stockar, Projektleiterin Atom&Strom
Tel. 044 275 21 21

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