31 Jahre Tschernobyl – Auch die Schweiz zahlt noch immer mit

Der folgenschwerste Super-GAU in der Geschichte der Atomenergie jährt sich diese Woche zum 31. Mal. Zu den nur schwer abschätzbaren Langzeitfolgen des Unfalls gesellen sich nach wie vor immense Aufräumkosten. Auch die Schweiz ist daran finanziell direkt beteiligt, z.B. beim Bau des neuen Schutz-Sarkophags.

Am kommenden Mittwoch 26. April jährt sich die nukleare Katastrophe von Tschernobyl zum 31. Mal. Die Gefahr, die vom explodierten Reaktor ausgeht, ist real: Noch über Jahrzehnte hinaus wird eine undurchdringliche Schutzhülle nötig sein, um das Entweichen von Radioaktivität in die Umwelt zu verhindern. Erst dieses Jahr, am 30. November, findet die Übergabe des neuen Sarkophags, auch New Safe Confinement (NSC) genannt, an die lokalen Verantwortlichen statt. Gleich nach dem Super-GAU wurde in höchster Eile notdürftig ein Betonschutzmantel über die Reaktorruine gebaut. Die radioaktive Belastung setzte diesem jedoch rasch zu, so dass in den letzten Jahren das grösste bewegliche Gebäude der Welt darübergestülpt wurde.

Schweiz trägt Langzeitkosten mit

Nebst den heute noch verstrahlten Wildschweinen im Tessin trägt die Schweiz die Langzeitfolgen des Unfalls weiterhin auch finanziell mit: Mit exakt 15'403'995,53 Euro ist die Schweiz am Chernobyl Shelter Fund beteiligt, dem Fonds der europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD). Die Gesamtkosten des Projekts beziffert Vince Novak, Direktor für Nukleare Sicherheit bei der EBRD, auf 2,15 Milliarden Euro. Davon fallen 1,5 Milliarden Euro auf den NSC. Valentin Schmidt, Kommunikationsverantwortlicher bei der SES, sagt dazu: «Angesichts des enormen Potentials der erneuerbaren Energien sollten wir das Geld in Zukunft besser und vor allem für risikoärmere Technologien einsetzen.»

» Chernobyl - 30 years on - Status-Bericht von EBRD-Direktor Vince Novak (2016)

 


Die Folgen der Katastrophe

Am 26. April 1986 trat bei der Explosion des Reaktor 4 zum ersten Mal in der Geschichte des Atomzeitalters ein Ereignis der höchsten Stufe der INES-Skala ein. Die Detonation war 400 Mal so stark wie beim US-Atombombenabwurf auf Hiroshima. Tagelang wurden radioaktive Teilchen in die Luft gewirbelt. Weite Teile Europas waren betroffen. 200'000 Menschen mussten in Folge des Unfalls umgesiedelt werden. Ungeklärt ist bis heute, wie viele Todesopfer einschliesslich der späteren Strahlenopfer der Super-GAU forderte. Die Schätzungen reichen von 10'000 bis 100'000 Toten.

 

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Valentin Schmidt

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Leiter Politik & Kommunikation

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Der folgenschwerste Super-GAU in der Geschichte der Atomenergie jährt sich diese Woche zum 31. Mal. Zu den nur schwer abschätzbaren Langzeitfolgen des Unfalls gesellen sich nach wie vor immense Aufräumkosten. Auch die Schweiz ist daran finanziell direkt beteiligt, z.B. beim Bau des neuen Schutz-Sarkophags.

Am kommenden Mittwoch 26. April jährt sich die nukleare Katastrophe von Tschernobyl zum 31. Mal. Die Gefahr, die vom explodierten Reaktor ausgeht, ist real: Noch über Jahrzehnte hinaus wird eine undurchdringliche Schutzhülle nötig sein, um das Entweichen von Radioaktivität in die Umwelt zu verhindern. Erst dieses Jahr, am 30. November, findet die Übergabe des neuen Sarkophags, auch New Safe Confinement (NSC) genannt, an die lokalen Verantwortlichen statt. Gleich nach dem Super-GAU wurde in höchster Eile notdürftig ein Betonschutzmantel über die Reaktorruine gebaut. Die radioaktive Belastung setzte diesem jedoch rasch zu, so dass in den letzten Jahren das grösste bewegliche Gebäude der Welt darübergestülpt wurde.

Schweiz trägt Langzeitkosten mit

Nebst den heute noch verstrahlten Wildschweinen im Tessin trägt die Schweiz die Langzeitfolgen des Unfalls weiterhin auch finanziell mit: Mit exakt 15'403'995,53 Euro ist die Schweiz am Chernobyl Shelter Fund beteiligt, dem Fonds der europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD). Die Gesamtkosten des Projekts beziffert Vince Novak, Direktor für Nukleare Sicherheit bei der EBRD, auf 2,15 Milliarden Euro. Davon fallen 1,5 Milliarden Euro auf den NSC. Valentin Schmidt, Kommunikationsverantwortlicher bei der SES, sagt dazu: «Angesichts des enormen Potentials der erneuerbaren Energien sollten wir das Geld in Zukunft besser und vor allem für risikoärmere Technologien einsetzen.»

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Am 26. April 1986 trat bei der Explosion des Reaktor 4 zum ersten Mal in der Geschichte des Atomzeitalters ein Ereignis der höchsten Stufe der INES-Skala ein. Die Detonation war 400 Mal so stark wie beim US-Atombombenabwurf auf Hiroshima. Tagelang wurden radioaktive Teilchen in die Luft gewirbelt. Weite Teile Europas waren betroffen. 200'000 Menschen mussten in Folge des Unfalls umgesiedelt werden. Ungeklärt ist bis heute, wie viele Todesopfer einschliesslich der späteren Strahlenopfer der Super-GAU forderte. Die Schätzungen reichen von 10'000 bis 100'000 Toten.

 

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