Handbremse lösen bitte!

Mit dem heute veröffentlichten Bericht zu energetischen Gebäudesanierungen im Mietwohnungsbereich erfüllt der Bundesrat das Postulat 13.3271 des SES-Präsidenten Beat Jans vom 22. März 2013. Damit werden auch die Forderungen der SES-Fachtagung «Energiewende aus Mietersicht» bestätigt. Der Bund anerkennt, dass sowohl die Anreize für energetische Sanierungen vorhanden sein müssen, als auch die Energiesparziele erreicht und preisgünstiger Wohnraum erhalten werden müssen. Nun gilt es, entsprechende Massnahmen umzusetzen.

Gut die Hälfte des gesamten Energieverbrauchs und 40% des CO2-Ausstosses stammen aus dem Schweizer Gebäudepark. Das Energiesparpotenzial bei Gebäuden ist riesig, es wird auf bis zu 60% geschätzt. Damit die Energiereduktionsziele erreicht werden können, muss die Gebäudesanierungsrate nun erhöht werden. Wichtigste Massnahmen sind die Reduktion der Heizenergie für Raumwärme und Warmwasser sowie der Umstieg auf erneuerbare Energieträger. Auch MieterInnen können ihren Teil dazu beitragen. Die durchschnittlichen Ausgaben eines Miethaushaltes für Energie (Strom, Heizung und Warmwasser) sind allerdings klein, sie machen 2 bis 3% des Haushaltbudgets aus. Zum Vergleich: für Mobilität sind es 8%.

Forderungen an den Bund

Um die Effizienzpotenziale im Gebäudebereich auszunutzen, gilt es, die Handbremse zu lösen und vorwärts zu machen. Die SES fordert eine Umsetzung der folgenden Massnahmen:

  • Anpassung der Anreize des Bundes, d.h. eine Erhöhung der Fördergelder (Gebäudeprogramm).
  • Pflicht zur Vorlage des GEAK: Eine obligatorische Veröffentlichung des Gebäudeenergieausweises könnte sich positiv auf die Zahl energetischer Sanierungen von Liegenschaften auswirken.
  • Die Kommunikation soll verstärkt darauf ausgerichtet werden, Informationsdefizite abzubauen, indem Kenntnisse zum energetischen und wirtschaftlichen Nutzen von Renovationsmassnahmen verbreitet und die Umsetzung und Kommunikation im Mietwohnungsbereich verbessert werden.

Forderung an den Ständerat

Im Rahmen der Energiestrategie 2050 will der Nationalrat Gebäudesanierungen steuerlich fördern. Werterhaltende und wertvermehrende energetische Sanierungen sollen steuerlich voll abgezogen werden können, ohne dass sie überhaupt mit einem energetischen Minimalziel verknüpft werden. Im Rahmen der Differenzbereinigung ist am 18./19. April 2016 nun der Ständerat gefordert, diese Steuergeschenke ohne Energieziele zu stoppen.

Weitere Informationen

Florian Brunner

Florian Brunner
Projektleiter Fossile Energien & Klima

Tel. 044 275 21 24
Mail: florian.brunner@energiestiftung.ch
Twitter: @flo_brunn

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Handbremse lösen bitte!

Mit dem heute veröffentlichten Bericht zu energetischen Gebäudesanierungen im Mietwohnungsbereich erfüllt der Bundesrat das Postulat 13.3271 des SES-Präsidenten Beat Jans vom 22. März 2013. Damit werden auch die Forderungen der SES-Fachtagung «Energiewende aus Mietersicht» bestätigt. Der Bund anerkennt, dass sowohl die Anreize für energetische Sanierungen vorhanden sein müssen, als auch die Energiesparziele erreicht und preisgünstiger Wohnraum erhalten werden müssen. Nun gilt es, entsprechende Massnahmen umzusetzen.

Gut die Hälfte des gesamten Energieverbrauchs und 40% des CO2-Ausstosses stammen aus dem Schweizer Gebäudepark. Das Energiesparpotenzial bei Gebäuden ist riesig, es wird auf bis zu 60% geschätzt. Damit die Energiereduktionsziele erreicht werden können, muss die Gebäudesanierungsrate nun erhöht werden. Wichtigste Massnahmen sind die Reduktion der Heizenergie für Raumwärme und Warmwasser sowie der Umstieg auf erneuerbare Energieträger. Auch MieterInnen können ihren Teil dazu beitragen. Die durchschnittlichen Ausgaben eines Miethaushaltes für Energie (Strom, Heizung und Warmwasser) sind allerdings klein, sie machen 2 bis 3% des Haushaltbudgets aus. Zum Vergleich: für Mobilität sind es 8%.

Forderungen an den Bund

Um die Effizienzpotenziale im Gebäudebereich auszunutzen, gilt es, die Handbremse zu lösen und vorwärts zu machen. Die SES fordert eine Umsetzung der folgenden Massnahmen:

  • Anpassung der Anreize des Bundes, d.h. eine Erhöhung der Fördergelder (Gebäudeprogramm).
  • Pflicht zur Vorlage des GEAK: Eine obligatorische Veröffentlichung des Gebäudeenergieausweises könnte sich positiv auf die Zahl energetischer Sanierungen von Liegenschaften auswirken.
  • Die Kommunikation soll verstärkt darauf ausgerichtet werden, Informationsdefizite abzubauen, indem Kenntnisse zum energetischen und wirtschaftlichen Nutzen von Renovationsmassnahmen verbreitet und die Umsetzung und Kommunikation im Mietwohnungsbereich verbessert werden.

Forderung an den Ständerat

Im Rahmen der Energiestrategie 2050 will der Nationalrat Gebäudesanierungen steuerlich fördern. Werterhaltende und wertvermehrende energetische Sanierungen sollen steuerlich voll abgezogen werden können, ohne dass sie überhaupt mit einem energetischen Minimalziel verknüpft werden. Im Rahmen der Differenzbereinigung ist am 18./19. April 2016 nun der Ständerat gefordert, diese Steuergeschenke ohne Energieziele zu stoppen.

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Projektleiter Fossile Energien & Klima

Tel. 044 275 21 24
Mail: florian.brunner@energiestiftung.ch
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