Die Schweiz braucht keine weiteren Pumpspeicherwerke

Im Rahmen des Atomausstiegs wird viel über neue Pumpspeicherwerke und neue Hochspannungsleitungen diskutiert. Doch in der Debatte fehlt meist fundiertes Hintergrundwissen. Die Schweizerische Energie-Stiftung SES füllt diese Lücke mit ihrer neuen Broschüre «Wasserkraft ist nicht gleich Wasserkraft. Fakten zur Pumpspeicherung». Aus aktuellem Anlass empfiehlt die SES dem Grossen Rat des Kantons Bern, dem Pumpspeicherwerk Grimsel 3 der Kraftwerke Oberhasli AG (KWO) keine Konzession zu erteilen. Das 600 Millionen-Projekt ist unnötig und ökonomisch riskant.

Die Pumpspeicherung ist ein komplexes Thema. Nur wenige wissen etwa, dass sie mehr Strom verbraucht als produziert. Das heisst konkret, um 1 Kilowattstunde (kWh) Strom zu produzieren, benötigt ein Pumpspeicherkraftwerk 1,25 kWh. Pumpspeicher tragen also nicht zur Produktionssteigerung der schweizerischen Wasserkraft bei. Heute werden in der Schweiz etwa 40 Pumpspeicherwerke mit einer Leistung von 1700 Megawatt betrieben – deren Pumpen verbrauchen jährlich fast die Produktion des AKW Mühlebergs. Die Betreiber nutzen die Pumpspeicher zur «Stromveredelung»: Nachts wird mit billigem, meist importiertem Kohle- und Atomstrom gepumpt, zu Zeiten hoher Strompreise wird turbiniert und teuer verkauft.

Für die Versorgungssicherheit nicht nötig
Die Schweizerische Energie-Stiftung ist aus drei Gründen gegen einen Ausbau der Schweizer Pumpspeicherkraftwerke: Erstens ist ein weiterer Ausbau der Pumpspeicherwerke auch im Hinblick auf eine 100% erneuerbare Stromversorgung nicht nötig. Kaum ein anderes Land hat so viel flexible Wasserkraft wie die Schweiz. Zweitens ist die Wirtschaftlichkeit der Investitionen in Pumpspeicherwerke aus heutiger Sicht nicht gegeben. Es wäre sinnvoller, diese Gelder in einheimische erneuerbare Kraftwerke zu investieren statt in «Batterien für Europa». Und drittens: Wer ja sagt zur Pumpspeicherung muss auch ja sagen zu neuen Hochspannungsleitungen, denn das Hin- und Herschieben von Strom belastet unser Netz massiv.

Aktuelles Beispiel Grimsel:

Ausbau verringert Produktion um 16%
Auch die KWO betreibt die übliche Verschleierungs-Politik: Sie wirbt für den «Ausbau der Wasserkraft» an der Grimsel und verschweigt, dass der Ausbau der Pumpspeicherung die Nettoproduktion der Grimselkraftwerke um rund 16% reduziert. Das ist nicht wenig, sondern entspricht einer Minderproduktion von 228 Gigawattstunden und also dem Jahresverbrauch von 65'000 typischen Schweizer Haushalten im Jahr.

Die SES empfielt dem Grossrat deshalb: Nein zur Konzessionierung für Grimsel 3.
Sollte der Berner Grossrat die Konzession dennoch erteilen, ist es wichtig, die KWO beim Wort zu nehmen und Pumpstrom aus ökologischen Quellen vorzuschreiben. Eine solche Vorschrift liegt in der Kompetenz des Konzessionsgebers und würde die Glaubwürdigkeit des Projektes sowie der kantonalen Energiestrategie erheblich verbessern.

» zum offenen Brief der SES an den Berner Grossrat

» zum Faktenblatt «Wasserkraft ist nicht gleich Wasserkraft. Fakten zur Pumpspeicherung»

 

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Die Schweiz braucht keine weiteren Pumpspeicherwerke

Im Rahmen des Atomausstiegs wird viel über neue Pumpspeicherwerke und neue Hochspannungsleitungen diskutiert. Doch in der Debatte fehlt meist fundiertes Hintergrundwissen. Die Schweizerische Energie-Stiftung SES füllt diese Lücke mit ihrer neuen Broschüre «Wasserkraft ist nicht gleich Wasserkraft. Fakten zur Pumpspeicherung». Aus aktuellem Anlass empfiehlt die SES dem Grossen Rat des Kantons Bern, dem Pumpspeicherwerk Grimsel 3 der Kraftwerke Oberhasli AG (KWO) keine Konzession zu erteilen. Das 600 Millionen-Projekt ist unnötig und ökonomisch riskant.

Die Pumpspeicherung ist ein komplexes Thema. Nur wenige wissen etwa, dass sie mehr Strom verbraucht als produziert. Das heisst konkret, um 1 Kilowattstunde (kWh) Strom zu produzieren, benötigt ein Pumpspeicherkraftwerk 1,25 kWh. Pumpspeicher tragen also nicht zur Produktionssteigerung der schweizerischen Wasserkraft bei. Heute werden in der Schweiz etwa 40 Pumpspeicherwerke mit einer Leistung von 1700 Megawatt betrieben – deren Pumpen verbrauchen jährlich fast die Produktion des AKW Mühlebergs. Die Betreiber nutzen die Pumpspeicher zur «Stromveredelung»: Nachts wird mit billigem, meist importiertem Kohle- und Atomstrom gepumpt, zu Zeiten hoher Strompreise wird turbiniert und teuer verkauft.

Für die Versorgungssicherheit nicht nötig
Die Schweizerische Energie-Stiftung ist aus drei Gründen gegen einen Ausbau der Schweizer Pumpspeicherkraftwerke: Erstens ist ein weiterer Ausbau der Pumpspeicherwerke auch im Hinblick auf eine 100% erneuerbare Stromversorgung nicht nötig. Kaum ein anderes Land hat so viel flexible Wasserkraft wie die Schweiz. Zweitens ist die Wirtschaftlichkeit der Investitionen in Pumpspeicherwerke aus heutiger Sicht nicht gegeben. Es wäre sinnvoller, diese Gelder in einheimische erneuerbare Kraftwerke zu investieren statt in «Batterien für Europa». Und drittens: Wer ja sagt zur Pumpspeicherung muss auch ja sagen zu neuen Hochspannungsleitungen, denn das Hin- und Herschieben von Strom belastet unser Netz massiv.

Aktuelles Beispiel Grimsel:

Ausbau verringert Produktion um 16%
Auch die KWO betreibt die übliche Verschleierungs-Politik: Sie wirbt für den «Ausbau der Wasserkraft» an der Grimsel und verschweigt, dass der Ausbau der Pumpspeicherung die Nettoproduktion der Grimselkraftwerke um rund 16% reduziert. Das ist nicht wenig, sondern entspricht einer Minderproduktion von 228 Gigawattstunden und also dem Jahresverbrauch von 65'000 typischen Schweizer Haushalten im Jahr.

Die SES empfielt dem Grossrat deshalb: Nein zur Konzessionierung für Grimsel 3.
Sollte der Berner Grossrat die Konzession dennoch erteilen, ist es wichtig, die KWO beim Wort zu nehmen und Pumpstrom aus ökologischen Quellen vorzuschreiben. Eine solche Vorschrift liegt in der Kompetenz des Konzessionsgebers und würde die Glaubwürdigkeit des Projektes sowie der kantonalen Energiestrategie erheblich verbessern.

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